Bald gibt es in der Altstadt neue Laubenbalkone

Hausbesitzer werten auf drei Etagen eine Fassade an der Brugger Aareschlucht auf – in der Nähe der alten Brücke.

Claudia Meier
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Die Lauben entstehen vor den Erkern.

Die Lauben entstehen vor den Erkern.

Bild: cm (1. September 2020)

Was vor rund zehn Jahren für Liegenschaftsbesitzer noch ein Ding der Unmöglichkeit war, wird derzeit gleich an mehreren Orten umgesetzt: Die Rede ist von Lauben in der Brugger Altstadt. Das neuste Projekt betrifft die Liegenschaft an der Hauptstrasse 64 gleich neben dem Haus, in dem die Bar Number One untergebracht ist. Die Liegenschaft mit Baujahr 1750 in der unteren Altstadt stand vor gut einem Jahr zum Verkauf. In der Ausmarchung hatte die Genossenschaft Altstadt Brugg, die bereits das Eckhaus besitzt, das Nachsehen gegenüber einer privaten Käuferschaft.

Diesen Spätsommer lag ein Baugesuch auf bei der städtischen Abteilung Planung und Bau für das Erstellen flussseitiger Laubenbalkone und die Wiederherstellung des Rundbogenfensters im Erdgeschoss an der Hauptstrasse 64. Die vorgesehenen Baukosten wurden in den Unterlagen von den neuen Besitzern und dem Zürcher Büro Kissling + Roth des Windischer Architekten Dave Roth mit 350000 Franken ausgewiesen.

Denkmalpflege stützt die baulichen Massnahmen

Gegen dieses Baugesuchsverfahren sind keine Einwendungen erfolgt. «Die Baubewilligung wurde zwischenzeitlich erteilt», sagt Elsbeth Hofmänner, Leiterin Baubewilligungen bei der Stadt Brugg, auf Nachfrage der AZ. Die südseitige Strassenfassade hat sich laut Hofmänner im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts mehrfach gewandelt.

Offenbar war auch mal ein Auto in dieses Haus gefahren und hatte das Schaufenster beschädigt. Hofmänner hält fest, dass es durch die Wiederherstellung des Bogenfensters im Erdgeschoss nicht nur mehr Licht nach innen geben werde. Sondern die Rekonstruktion setze ausserdem die aktuell gedrungenen Proportionen des Sockelgeschosses wieder ins richtige Verhältnis.

«Die neuen Lauben auf der Flussseite werden sich unter dem schon bestehenden, weit ausladenden Vordach und als Fortsetzung des Aborterkers innerhalb der Häuserzeile gut einfügen», teilt die Leiterin Baubewilligungen mit. Die Denkmalpflege sowie die Stadt Brugg stützen diese aussenwirksamen baulichen Massnahmen. Ein Glück für die Bauherrschaft dürfte die unmittelbare Nähe der Liegenschaft zur alten Aarebrücke sein. So können die Holzbalken für den Bau der neuen Lauben über der Aare unkompliziert von der Brücke her angeliefert werden. Die Liegenschaft wird eingerüstet und auch neu gestrichen. Sämtliche Arbeiten im Aussenbereich sind für den Frühling vorgesehen.

Laubengänge als Zugang zu den Wohnungen

Aktuell fertiggestellt werden die neuen Laubengänge als Balkone und Zugang zu den Wohnungen auf der Rückseite der beiden Liegenschaften an der Hauptstrasse 20 und 22. Unter dem Motto «Zwei auf einen Tätsch» boten sich dem Bau- und Immobilienberater Werner Fässler aus Umiken neue Möglichkeiten für den Umbau der Altstadthäuser «zum Chrämer» und «Kleeblatt».

Die Wohnungen sind neu nicht nur über den Laubengang, sondern auch per Lift erreichbar, was in der Altstadt bisher ebenfalls selten ist. Im sanierten Erdgeschoss, wo früher ein Coiffeursalon war, zieht momentan ein neues Nagelstudio ein.