Brugg
Bahnpark-Chef sagt, was der Zuzug von SBB Historic für die Region bedeutet

In Brugg entsteht ein Kompetenzzentrum für Eisenbahn-Gechichte. Gregor Tomasi, Präsident Stiftung Bahnpark Region Brugg, ist begeistert über den Entscheid von SBB Historic, Archiv, Sammlung, Bibliothek und Geschäftsstelle in Brugg zu konzentrieren.

Claudia Meier
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Gregor Tomasi mit der legendären Spanisch-Brötli-Bahn. MHU

Gregor Tomasi mit der legendären Spanisch-Brötli-Bahn. MHU

«Dieser Entscheid hat bei mir wie eine Bombe eingeschlagen», sagt Gregor Tomasi, Präsident Stiftung Bahnpark Region Brugg, am Dienstagnachmittag und strahlt. Er habe einen guten Draht zu SBB Historic.

SBB Historic macht Bahngeschichte erlebbar

Die Schweizer Bahngeschichte ist ein zentraler Teil der Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Landes. Die Stiftung Historisches Erbe der SBB - kurz SBB Historic - ist seit 2001 verantwortlich für das historische Erbe der Schweizer Bahn. SBB Historic hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahngeschichte in all ihren Facetten für die Fachwelt und für die interessierte Öffentlichkeit erlebbar zu machen.(AZ)

Tomasi wusste, dass die Lagerräume von SBB Historic im Grossraum Bern knapp wurden. Das SBB-Materiallager in Brugg sei vor gut drei Jahren nach Olten verlegt worden. «Zuvor kamen alle Eisenbähnler zum Anmessen und Abholen ihrer Uniformen nach Brugg», erinnert sich Tomasi, der selber während 41 Jahren als Lokführer bei den SBB arbeitete. Für das ehemalige Materiallager wurde also ein neuer Verwendungszweck gesucht.

Grösstes Museum der Schweiz

Der ehemalige SP-Stadtrat Tomasi vermutet, dass die Existenz des Bahnparks Region Brugg den Entscheid von SBB Historic begünstigte: «Das trifft sich super und freut mich für die Region. In Brugg entsteht so ein Kompetenzzentrum für Eisenbahngeschichte.» Zwar hätten SBB Historic und der Bahnpark Brugg schon bisher regelmässig am Tag der offenen Tore miteinander kooperiert, aber künftig werde die Zusammenarbeit noch einfacher, so Tomasi.

Der leidenschaftliche Eisenbähnler kann sich beispielsweise vorstellen, am Besuchstag Fahrten mit der Dampflokomotive vom Bahnpark zum neuen Standort von SBB Historic anzubieten. «Wir haben hier das grösste Lokomotivmuseum der Schweiz», sagt Tomasi stolz. Beim Bahnpark handle es sich aber nicht um ein klassisches Museum, denn die Dampflokomotiven seien alle in einem fahrtüchtigen Zustand.

Enormes Interesse an Geschichte

«Bei uns herrscht Werkstatt-Atmosphäre. Es riecht nach Schwefel und ist russig.» Jedes Jahr führt Tomasi rund 50 Gruppen durch den Bahnpark. Die Arbeit geht dem 71-Jährigen noch lange nicht aus: «Jetzt haben wir zwar die grösste Lokomotivsammlung. Mein Ziel ist aber auch, ein würdiges Museum zu realisieren.» Dazu brauche es noch viel Feinarbeit und finanzielle Ressourcen.

«Sie glauben nicht, wie viele Eisenbahn-Fans in der Schweiz leben», erzählt Tomasi seinem Gegenüber. Seine Begeisterung wirkt ansteckend. Bei SBB Historic herrsche oft reger Betrieb. Hier könne man sich anmelden und an der Infothek oder in der Bibliothek alles über Gleis-, Brücken- und Tunnelbau sowie Rollmaterial und Immobilien erfahren. «Alles wurde sehr gut gesammelt und die Leute sind sehr hilfsbereit», schwärmt Tomasi.

Mit der Konzentration von SBB Historic in Brugg ist kein Stellenabbau, sondern die Verschiebung von 23 Arbeitsplätzen in den Kanton Aargau verbunden. Der genaue Zeitpunkt für den Umzug steht noch nicht fest.