Brugg
Bahnlärm auf Bözberglinie: Stadtrat will vorerst nichts unternehmen

Mehr Züge sollen in Zukunft auf der Bözberglinie verkehren. Der Stadtrat nimmt die Belastung durch den Bahnlärm ernst – will aber keine Einwendung erheben.

Michael Hunziker
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Auf der Bözberglinie sollen in Zukunft mehr Züge verkehren. mhu

Auf der Bözberglinie sollen in Zukunft mehr Züge verkehren. mhu

Mit der geplanten Verkürzung der sogenannten Zugfolgezeit wird der Bahnlärm für die Brugger Bevölkerung an der Bözberglinie zunehmen – insbesondere in der Nacht. Soviel steht für SP-Einwohnerrat Martin Brügger fest. In einer kleinen Frage wollte er vom Stadtrat wissen, ob er bei den SBB vorstellig geworden sei und wie er künftig für eine Verbesserung des Lärmschutzes zugunsten der Bevölkerung vorgehen wollen.

Der Stadtrat verweist in seiner jetzt vorliegenden Antwort auf die öffentliche Projektauflage. «Aufgrund der geringen baulichen Massnahmen am Trassee sowie der Beurteilung der Lärmsituation durch die SBB sah der Stadtrat davon ab, Einwendung gegen das Projekt zu erheben.»

Zwar zeige der Umweltbericht der SBB auf, dass es zu einer leichten Zunahme der Personenzüge komme sowie zu einer Verdoppelung der Güterzüge sowohl am Tag wie auch in der Nacht. Allerdings: Für die lärmrechtliche Beurteilung ist laut Stadtrat nicht der heutige Zustand massgebend, «sondern der Emissionsplan 2015, welcher die Grundlage für die in den betroffenen Gemeinden rechtskräftig verfügten und bereits realisierten Lärmsanierungsprojekte der SBB bildete». Die SBB weise im Umweltbericht aus, dass die zu erwarteten Emissionen trotz der Erhöhung der Kapazität künftig abnehmen – dies Dank den neuen Lärmgrenzwerten für Güterwagen, die «ab 2020 Fahrten mit lärmigen Güterwagen auf dem Schweizer Bahnnetz faktisch verbieten».

Immerhin stellt der Stadtrat fest, dass die Lärmentwicklung des Bahnnetzes in Brugg aufmerksam beobachtet werden muss. Sollten die gemessenen Emissionen von den im Emissionsplan 2015 festgehaltenen Werten auf Dauer abweichen, seien von den SBB weitere Massnahmen zu treffen. Kurz: Der Stadtrat sei sich der Thematik sehr wohl bewusst «und nimmt daher die Belastung des Bahnlärms ernst», stellt die Behörde fest. Auch setze sich der Stadtrat für den Lärmschutz ein. In diesem Sinne seien beim Bundesamt für Verkehr Forderungen nach sozioakustischen Untersuchungen und weiteren Messungen der Emissionen mit einer Eingabe deponiert worden.

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