Im Dorf wurde es bereits gemunkelt, nun ist klar: Per Ende Jahr muss das Pächterpaar des Gasthauses Bären in Veltheim gehen. Grund dafür: Die Genossenschaft, die zur Rettung des Gasthauses gegründet wurde, hat den Vertrag mit Sandra Zuber und Michael Glasow gekündigt. Dies, weil die Umsatzzahlen nicht stimmen. Das berichtet «e-Journal» online am Dienstag.

Auf Nachfrage der AZ sagt Sandra Zuber, Partnerin des Pächters, dass sie und Michael Glasow bis Ende Dezember aber noch alles geben wollen für das Restaurant. Nebst einem Cordon-bleu-Festival, Wild- und Fonduewochen planen sie auch eine grosse Silvesterparty, die dann zugleich den Abschluss ihrer Tätigkeit im «Bären» sein wird.

Dass die Umsatzzahlen nicht gestimmt haben, bestreitet Sandra Zuber nicht: «Wir haben die geplanten Umsätze nie erreicht. Seit letztem Mai aber hat sich die Situation weiter verschlechtert.» Die Umsätze seien kontinuierlich zurückgegangen. Bei diesem heissen Sommer seien die Badis für die Leute verständlicherweise wohl verlockender gewesen als «unsere heisse Sommerterrasse», so Zuber.

Wenige Gäste aus dem Dorf

«Gegenüber der Genossenschaft haben wir stets mit offenen Karten gespielt», sagt Sandra Zuber. Aufgrund der schlechten Umsätze habe man das Gespräch mit dem Vorstand der Genossenschaft gesucht. «Leider haben wir nicht die gewünschte Unterstützung erhalten», bedauert Sandra Zuber. Besonders schade findet sie, dass sich viele Genossenschafter nie im Restaurant blicken liessen. Und auch die Besuche der Einheimischen seien weit unter den gemachten Versprechungen seitens der Genossenschaft gewesen, ergänzt Zuber.

Letztlich haben sich Sandra Zuber und Michael Glasow entschieden, dass sie den «Bären» verlassen werden. «Es ist ein Fass ohne Boden und wir wollen keine Schulden machen», erklärt Zuber. Ursprünglich wollten die beiden bis Ende März 2019 bleiben, die Genossenschaft hat nun aber den Vertrag per Ende Jahr gekündigt. «Dem mussten wir uns beugen», so Zuber. Michael Glasow hatte den «Bären» zusammen mit seiner Partnerin Sandra Zuber Mitte August 2017 neu eröffnet.

Dass es mit der Genossenschaft nicht so funktioniert hat, wie es sich die beiden vorgestellt hatten, bedauern sie. «Es war eine Illusion zu glauben, dass es mit einer Genossenschaft im Rücken einfacher ist, ein Restaurant zu führen», sagt Zuber. «Uns tut es enorm weh, dass es nicht geklappt hat.» Wie es mit den beiden beruflich weiter geht, wissen sie noch nicht. «Wir haben noch keine Pläne», sagt Sandra Zuber, die noch dieses Jahr das Wirtepatent machte.

Suche nach einer Lösung

Keine Pläne hat zurzeit auch der Genossenschaftsvorstand. «Wir suchen im Moment keinen neuen Pächter, sondern gute Lösungen», sagt Alfred Schaffner, der seit einem halben Jahr Präsident der Genossenschaft ist, am Mittwochnachmittag bei einem Besuch im «Bären». Man wolle nun das Konzept für den «Bären» überarbeiten und im Dezember erneut informieren. Grundsätzlich sei das Ziel, das Restaurant im Dorf zu erhalten. Dafür wolle man neue Genossenschafter gewinnen und mehr Werbung machen. Auch Aktionen mit kulturellem Hintergrund im «Bären» seien möglich. Klar ist auch, dass man besonders bei den Personalkosten sparen müsse. So soll beispielsweise künftig allenfalls ein Genossenschafter Teile der Administration übernehmen anstelle des Pächters.