Schinznach-Bad

Bäderbetrieb investierte 80 Millionen Franken in acht Jahren – nun steht das Hotel auf der Planung

Daniel Bieri, Vorsitzender der Geschäftsleitung, steht beim Thermi spa und sagt: «Das Gesamtergebnis 2017 entspricht unseren Erwartungen.»

Daniel Bieri, Vorsitzender der Geschäftsleitung, steht beim Thermi spa und sagt: «Das Gesamtergebnis 2017 entspricht unseren Erwartungen.»

Die Bad Schinznach AG verzeichnet eine positive Jahresbilanz und bietet bald ihr neues Produkt «Wohnen mit Service» an. Noch dieses Jahr will der Bäderbetrieb zudem die Planung eines neuen Hotelbereichs in Angriff nehmen.

Im Bad Schinznach sprudelt seit 1651 die stärkste Thermalwasser-Schwefelquelle der Schweiz. Letztes Jahr verzeichneten die beiden Bäder Aquarena und Thermi 306 951 Besucher. Das sind knapp 9000 weniger als im Vorjahr.

Nimmt man die Zahl 75 229 Sauna-Gäste (Vorjahr: 74 871) dazu, so könne man sagen, dass letztes Jahr fast jeder zweite Aargauer einmal für Bad oder Sauna in Schinznach-Bad war, hielt Daniel Bieri, Vorsitzender der Geschäftsleitung, an der gestrigen Bilanz-Medienkonferenz fest. Bei dem Bäderbetrieb resultierte letztes Jahr ein Erlös von 11,08 Mio. Franken. Dies entspricht einem Anteil von 21,4 Prozent am Gesamterlös.

Den weitaus grössten Teil – nämlich 72,9 Prozent – des Gesamtumsatzes von 51,91 Mio. Franken erzielte das Unternehmen mit dem Klinikbetrieb und dem Kurhotel Im Park. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Betriebserlös um 0,8 Prozent zugenommen.

Das Wachstum ist grösstenteils auf die Mieterlöse der Überbauung Meisenpark in Zug zurückzuführen. Seit dem Geschäftsjahr 2012 wurde der Gruppenumsatz um 12,4 Prozent gesteigert. «In den letzten acht Jahren haben wir zudem 80 Mio. Franken investiert», betonte Bieri.

27 moderne Therapieräume

Als wichtigste Meilensteine im Geschäftsjahr 2017 sind in Schinznach-Bad der Therapiebereich der Privat-Klinik Im Park wiedereröffnet und der Neubau vom Haus Habsburg begonnen worden. Der Umbau des 1824 erbauten Rundbaus kostete rund 5 Mio. Franken. In einem Zusammenspiel aus Tradition und Moderne wurden 27 Therapieräume und ein attraktives Therapiebad realisiert.

Die Klinik Meissenberg in Zug erzielte mit einer durchschnittlichen Auslastung von über 94 Prozent das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte. Dazu kommt, dass alle 17 Wohnungen im Meisenpark in Zug vermietet sind. «Unsere Geschäftstätigkeit entwickelt sich immer mehr Richtung Immobilienwirtschaft», so Bieri und schlug den Bogen zum neusten Produkt «Wohnen mit Service» in Schinznach-Bad.

Im Haus Habsburg entstehen aktuell acht 2½-Zimmer-Mietwohnungen mit dem Zusatz «Wohnen mit Service». Im Basispaket (Mietpreis) inbegriffen sind unter anderem Nebenkosten, wöchentliche Reinigung (inklusive zweimal pro Jahr Fenster), ein Jahresabonnement für das Aquarena fun (inklusive Saunadorf) und ein Saisonabonnement für den Kurzlochgolfplatz. Drei Wohnungen sind bereits vermietet. Die Juniorsuite auf dem Dach wird vom Hotel betreut und kann tageweise gebucht werden. Die Investitionskosten für das Haus Habsburg betragen 6 Mio. Franken.

Die Bad Schinznach AG ist laut Bieri «erfreulich gut» ins neue Jahr gestartet. Einzig im Bereich der Privat-Klinik Im Park steht mit einigen fehlenden Verträgen bei den Zusatzversicherungen eine Unsicherheit an. An der Generalversammlung vom 16. Mai beantragt der Verwaltungsrat eine unveränderte Dividende von 13 Prozent.

Neue Hotelzimmer in Planung

Noch in diesem Jahr will die Bad Schinznach AG die konkrete Planung eines neuen Hotelbereichs anpacken. Da die bestehenden 31 Hotelzimmer eng mit dem Klinik-Bereich verknüpft sind, soll auf einem benachbarten freien Baufeld bis 2021/22 ein neuer Kubus für zirka 25 moderne Hotelzimmer gebaut werden. Die bestehenden, etwas kleinen Hotelzimmer würden danach von der Klinik beansprucht. «Am Konzept Hotel und Klinik will der Verwaltungsrat auf jeden Fall festhalten. Das ist Teil unserer Strategie», betonte Bieri.

Ebenfalls vorgesehen ist, den Sauna-Bereich über dem Aquarena zu erneuern. Auf dem Dach soll im Sommer 2019 neu eine Aussensauna entstehen. Hat die Bad Schinznach AG keine Bedenken, wenn im Herbst 2020 das Botta-Bad in Baden eröffnet wird?

Dazu meinte Bieri: «Wir werden in den ersten Monaten sicher etwas verlieren. Wenn die Badener stark in Bäder-Werbung investieren, so wird das allen Bädern im Aargau helfen – auch uns.»

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