Das Schwimmbad Schinznach wird derzeit in grossem Stil erneuert und erweitert. Die Arbeiten befinden sich im Endspurt. Am 20. Mai steht die Saisoneröffnung auf dem Programm.

Christoph Jakob aus Schinznach engagiert sich für eine «familienfreundliche Badi, die den Namen verdient». Auf der Plattform petitio.ch hat er eine Online-Petition lanciert. Diese ist nach den ersten Tagen bereits von 80 Personen unterzeichnet worden. Ziel ist es, in den verbleibenden nächsten rund drei Wochen mindestens 100 Unterschriften zusammenzubringen.

Kleine werden ausgeschlossen

Was ist passiert? «Das Nichtschwimmerbecken war bisher für Familien mit Kindern sehr gut angelegt: Auf der breiten Treppe konnten die Kleineren spielen, und die Wassertiefe von 70 bis 80 Zentimetern war ideal für die Wassergewöhnung. Zufriedene Kinder, entspannte Eltern», stellt Jakob fest. Das neue Nichtschwimmerbecken aber beginne nun bei 112 Zentimetern und senke sich ab bis zu 135 Zentimeter. «Mit dieser Tiefe kann die Altersgruppe der 3- bis 9-jährigen Kinder nicht oder kaum mehr in diesem Becken stehen und wird somit vom Badevergnügen ausgeschlossen. Dies ist in unseren Augen keine familienfreundliche Badi mehr», fährt Jakob fort.

Er selber ist Vater von vier Kindern im Alter zwischen 3 und 10 Jahren und regelmässiger Gast in der Schinznacher Badi. Es sei bisher auch für eine mehrköpfige Familie gut machbar gewesen, die Badi mit nur einem Elternteil zu besuchen. «Der Jüngste spielte auf der Treppe zum Nichtschwimmerbecken, die mittleren zwei tauchten und spielten im Nichtschwimmerbecken und der Älteste war beim Sprungbrett», erklärt er. «Alles war überschaubar von einer schattigen Bank beim Nichtschwimmerbecken aus.»

Darüber, dass die Anlage auf den neusten Stand gebracht wird, ist er sehr glücklich. «Wir sind froh, dass es vorwärtsgeht mit der Sanierung.» Leider aber habe er, wie offenbar auch weitere Familien, im Vorfeld nicht realisiert, dass die Wassertiefe künftig nicht mehr die gleiche sein wird, räumt er ein. Diesen Umstand habe er im März bei einem Augenschein per Zufall zur Kenntnis genommen. «Das hat uns beschäftigt», sagt der Familienvater. Er habe in der Folge das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht und beschlossen, etwas zu unternehmen.

Es braucht 72 bis 95 Zentimeter

Erste Rückfragen bei der Baukommission ergaben, dass diese Tiefe seit Beginn so geplant und auf den Plänen ersichtlich gewesen war, sagt Jakob. An der Gemeindeversammlung in Schinznach vom Juni 2015, fügt er an, sei hingegen wie folgt informiert worden: «Das bestehende Mehrzweckbecken mit verschiedenen Wassertiefen wird grundsätzlich beibehalten, gegen Norden erweitert und den neuen Bedürfnissen angepasst.»

Badi-Rutsche in Schinznach dank Crowdfunding

Badi-Rutsche in Schinznach dank Crowdfunding (März 2016)

Nach dem langwierigen Geldsammeln, wurde nun die 17 Meter lange Wasserrutsche angeliefert. Diese soll bis zum Saisonstart montiert sein.

Als Lösung schlägt Jakob vor, über einen nachträglichen Kredit abzustimmen, «damit das Nichtschwimmerbecken wieder der Wassergewöhnung dienen kann und alle Kinder sich wohlfühlen dürfen». Dazu braucht es laut dem Familienvater eine Wassertiefe von 72 bis 95 Zentimetern sowie eine breit angelegte Treppe mit sanftem Einstieg. Er ist sich bewusst, dass eine solche Anpassung nicht mehr für diese Saison realisiert werden kann.
Die Schwimmbadkommission hält auf Anfrage fest, dass sie die Petition ernst nimmt und das Anliegen versteht. Detailliert – auch zur technischen Seite – Stellung nehmen möchte sie aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.