Neuer Job

Badener alt Stadtammann Geri Müller wird Schulleiter in Brugg – Fragen zum Polit-Comeback weicht er aus

Geri Müller blickt optimistisch in die Zukunft und freut sich auf die Arbeit in Brugg. (Archivbild)

Geri Müller blickt optimistisch in die Zukunft und freut sich auf die Arbeit in Brugg. (Archivbild)

Geri Müller tritt seine neue Stelle im Brugger Westquartier am 1. August an. Bildung sei ihm immer schon ein Anliegen gewesen, sagt der ehemalige Badener Stadtammann.

Der Kreis scheint sich zu schliessen: In Brugg, wo Geri Müller geboren wurde, hat der 59-Jährige eine neue Arbeitsstelle gefunden. Er wird per 1. August neu Schulleiter im Schulhaus Bodenacker, wie die Schulpflege Brugg mitteilt. Schulleiterin Ursula Suter, die bisher für zwei Schulhäuser an unterschiedlichen Standorten zuständig war, wollte die Leitung im Bodenacker abgeben, um sich künftig auf die Primarschule und den Kindergarten Umiken konzentrieren zu können, wie Schulpflegepräsident Martin Gobeli auf Nachfrage der AZ erklärt.

Geri Müller, der in Baden bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2017 sowohl als Stadtrat und als Stadtammann abgewählt wurde, ist in Brugg mit 43 Stellenprozent als Schulleiter angestellt worden. Es seien genügend Bewerbungen eingegangen, um für zwei Runden eine gute Auswahl zu haben, sagt der Schulpflegepräsident. «Wir haben uns für Geri Müller entschieden, weil er uns in fachlicher und menschlicher Hinsicht überzeugt hat», fährt Martin Gobeli fort.

«Bildung ist mir seit je ein grosses Anliegen», schreibt Geri Müller zur Frage der AZ, was ihn dazu bewogen habe, sich in Brugg als Schulleiter zu bewerben. Beruflich engagierte sich Müller ab 1991 während über zehn Jahren auf der Sekundar- und Berufsschulebene. Dies nachdem er sich ursprünglich zum psychiatrischen Pflegefachmann hatte ausbilden lassen. Auf politischer Ebene gehörte Geri Müller als Mitglied des Grossen Rats verschiedenen Bildungskommissionen an. Als Stadtrat von Baden war er während sieben Jahren im Schulvorstand. «Als Schulleiter möchte ich meine Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Schule Brugg einbringen und den Lehrpersonen eine wichtige Stütze sein», hält der frühere Grüne-Nationalrat fest.

Während zweier Jahre bezog er ein Ruhegehalt

Seit seiner Abwahl war der 59-Jährige unter anderem als Berater tätig. Zudem hat er seine eigene Firma Gibellina Arts wieder reaktiviert, die im kulturell-künstlerischen Bereich angesiedelt ist und für die er in den vergangenen Jahren wenig Zeit hatte. Bei der Gesellschaft Schweiz-Palästina ist Geri Müller Präsident. Ob sich mit dem Stellenantritt in Brugg an den genannten Tätigkeiten etwas ändern wird, sagt Müller nicht. Nur so viel: Sein Teilzeitamt als Schulleiter habe Vorrang.

Ausweichend äussert er sich auch zur Frage, ob er sich vorstellen könne, neben seiner Schulleitertätigkeit wieder als Lehrer zu arbeiten oder ob er ein Polit-Comeback erwägt, beispielsweise im Herbst als Grossrat. «Die Schulleiterfunktion ist anspruchsvoll und sehr interessant», teilt Geri Müller mit. «Ich freue mich sehr auf diese Arbeit. Alles andere wird man sehen.»

Als abgewählter Stadtammann von Baden hatte er während zweier Jahre Anspruch auf 50% der zuletzt bezogenen Jahresbruttoentschädigung, also auf 135'000 Franken pro Jahr, wie Kommunikationsleiterin Jacqueline Keller Borner mitteilt. Diese Einkommensquelle ist für Geri Müller versiegt.

Die Schulpflege Brugg konnte nicht nur die Schulleiterstelle im Bodenacker neu besetzen, sondern auch jene im Schulhaus Schinznach-Bad, das seit Anfang 2020 zu Brugg gehört. Jasmin Schnell hat dort am 1. April ihre neue Funktion angetreten.

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