Brugg

Bachthale bleibt im Rennen: Der Neujahrsapéro der FDP des Bezirks Brugg war Bildungsthemen gewidmet

Titus Meier (links) und Martina Sigg stellten Michael Umbricht Fragen zu verschiedenen Bildungsthemen.

Titus Meier (links) und Martina Sigg stellten Michael Umbricht Fragen zu verschiedenen Bildungsthemen.

«Der Standort Bachthale ist nach wie vor im Rennen», das versicherte Michael Umbricht, Generalsekretär des Departements Bildung, Kultur und Sport, am Neujahrsapéro der FDP Bezirk Brugg. Er gab Antwort auf die etwas provokative Frage von Grossrätin Martina Sigg, ob man jetzt «bitti-bätti» machen müsse oder ob der Kanton selber darauf komme, dass die Bachthale in Windisch der beste Standort für eine der beiden neuen Kantonsschulen sei. Für den Standort hatten sich mehrheitlich auch die Grossrätinnen und Grossräte aus dem Bezirk Brugg ausgesprochen.

Jetzt wird evaluiert und mit Eigentümern gesprochen

«Es ist nicht etwa so, dass der Standort für die neue Kantonsschule bereits feststehen würde», betonte Umbricht. «Wir sind daran, die vorgeschlagenen Standorte zu evaluieren. Wir sprechen auch mit den Grundeigentümern über ihre Bereitschaft, Grundstücke abzugeben. Dabei erfahren wir bei Grundeigentümern und Gemeinden viel Goodwill. Im kommenden Sommer wird es öffentliche Anhörungen geben. 2021 wird eine Vorlage ans Parlament gehen, die neben einer Änderung des Schulgesetzes eine Richtplananpassung sowie einen Kreditantrag enthalten wird.»

Zum Umstand, dass der Standort Bachthale, entgegen der geforderten Fläche von 30000 Quadratmetern weniger als 10000 Quadratmeter aufweist, räumte Umbricht ein, dass sich die Sportanlagen einer neuen Kantonsschule «nicht zwingend direkt bei der Schule» befinden müssten. Allenfalls könnten Synergien mit den Anlagen in der Mülimatt genutzt werden. Definitiv vom Tisch ist der Standort Ländi im Gebiet des Waffenplatzes Brugg.

Neue Schulorganisation

Der Neujahrsapéro in der Massena-Scheune in Bad Schinznach stand im Zeichen von Bildungsthemen. Begrüssen konnte Bezirkspräsident Willi Wengi unter anderen Willi Däpp, Brugger Stadtrat und Vorsteher des Schulressorts. In einem Referat stellte Michael Umbricht die neue Organisation der Schulführung vor, über die am 17. Mai abgestimmt wird und die ab 1. Januar 2022 umgesetzt werden soll. Eckpunkt ist der Wegfall der Schulpflegen. «Seit 2006 bestehen stabile Schulleitungen, welche die operative Führung der Schulen gewährleisten», so Umbricht. «Damit werden die Schulpflegen eigentlich überflüssig.» Künftig würden die Schulen zu normalen Verwaltungsbereichen der Gemeinden. Dadurch würden Verantwortung der Gemeinde für die Schule und Schulressort im Gemeinderat gestärkt.

«Mit der neuen Führungsstruktur», so Umbricht, «werden Ressourcen gespart und Aufwand vermindert. Dadurch frei werdende Mittel können durch die Gemeinden bildungswirksam eingesetzt werden. Man geht dabei von 6,5 Millionen Franken aus. Die Zeit ist reif für eine Neuorganisation. Aus unserer Sicht überwiegen die Vorteile der neuen Führungsstruktur.» Nach Ansicht von Umbricht, führt die neue Struktur nicht zu Demokratie-Abbau. «Im Gegenteil», betonte er. «Der Stimmbürger kann künftig an der Gemeindeversammlung Einfluss nehmen.»

Standorte: Gemeinden sind in der Pflicht

Im Gespräch fühlten Martina Sigg und Titus Meier Umbricht zu verschiedenen Themen auf den Zahn. Unter anderem zur Neuressourcierung – mit der die heutige Bereitstellung, Bewilligung und Finanzierung von Pensen für Lehrpersonen und Schulleitungen an der Volksschule durch eine neue, pauschalierte Ressourcierung abgelöst werden soll – aber auch zum Thema (Bezirks-)Schulstandorte. Michael Umbricht machte dazu auf die geltenden Regeln zu den minimalen Schülerzahlen aufmerksam. «Die Übergangsfrist endet mit dem Schuljahr 2021/2022», erklärte er. «Die Gemeinden sind in der Pflicht, Lösungen zu suchen. Sie hatten dazu sechs Jahre Zeit. Der Regierungsrat ist nicht daran interessiert, einfach Schulstandorte zu schliessen.»

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