Brugg-Windisch
Autoausstellungen im Campussaal – wie bringt man die Fahrzeuge rein?

Autoausstellungen könnten das Eventangebot im Campussaal abrunden. Die Nachfrage besteht. Aber bei der Planung war diese Möglichkeit nicht berücksichtigt worden. Nun müsste man nachrüsten.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Mit einer Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob eine separate Zufahrt von der Zürcherstrasse zum Campussaal realisierbar ist. CM

Mit einer Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob eine separate Zufahrt von der Zürcherstrasse zum Campussaal realisierbar ist. CM

Claudia Meier (cm)

Der Campussaal rentiert nicht. Seit der Eröffnung im Herbst 2013 steuern die beiden Standortgemeinden Brugg und Windisch namhafte Beträge an die Betriebskosten bei (siehe Tabelle). Der maximale Betriebsbeitrag pro Jahr wird für die Gemeinde Windisch mit 210 000 Franken und für die Stadt Brugg mit 390 000 Franken angegeben. Dazu gab das Stimmvolk für die ersten fünf Betriebsjahre – bis und mit 2017 – grünes Licht.

Im kommenden Frühling und Sommer müssen der Einwohnerrat sowie die Stimmbürger von Brugg und Windisch über neue Betriebskostenbeiträge für den Campussaal abstimmen. Um die Bevölkerung von den Vorzügen des Saals zu überzeugen, ging am 24. August eine glamouröse Varieté Show über die Bühne, für die es kostenlose Tickets gab.

Ziemlich aufwendig präsentieren sich aktuell die Abklärungen, ob man mit Autoausstellungen den Campussaal künftig noch besser auslasten könnte. Die grosse Frage dabei lautet: Wie bringt man die Autos in den Saal? Diese Frage ist insofern interessant, da man beim Campus-Bau vor allem aus finanziellen, aber auch aus technischen Gründen auf den Einbau eines Autolifts verzichtete.

Auch eine Zufahrt von der Zürcherstrasse her zum Campussaal-Foyer sei damals von Seiten Kanton und der Gemeinde Windisch keine Option gewesen, sagt Peter Menziger, der die Campussaal Immobilien AG (CIAG) als Fachexperte in baulichen Belangen berät. Erst später sei die separate Spur mit dem Rechtsabbieger zum Campus-Areal realisiert worden.

Bedürfnis im Herbst 2014 ermittelt

Im CIAG-Jahresbericht 2015 heisst es nun, auf Antrag der Campussaal Betriebs AG (CBAG) habe der CIAG-Verwaltungsrat beschlossen, eine Zufahrt ab Zürcherstrasse zum Gebäude zu prüfen. CBAG-Präsident Willi Däpp sagt dazu: «Eine aufgrund diverser Kundenanfragen im September 2014 bei Garagen und Importeuren durchgeführte Umfrage zeigte, dass ein grosses Potenzial für wiederkehrende – und zum Teil mehrtägige – Autoausstellungen vorhanden ist.»

Diese Art von Ausstellungen und solche mit grösseren technischen Gütern sowie Kulturveranstaltungen mit beispielsweise riesiger Theaterkulisse würden das Campussaal-Angebot noch besser abrunden, stellt er fest.

Die CIAG hat anschliessend Voranfragen an die Gemeinschaft der Stockwerkeigentümer, die Architekten und an das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) gerichtet. Jetzt heisst es von Seite BVU, dass eine Zufahrt zum Foyer von der Zürcherstrasse her – mit gewissen Auflagen – grundsätzlich möglich sei, erzählt Peter Menziger.

Auch die Gemeinschaft der Stockwerkeigentümer (unter anderen Immobilien Aargau) habe die Anfrage positiv beurteilt, meldete aber Vorbehalte an, falls die Gebäude-Ästhetik oder die Technik beeinträchtigt würde, fährt Menziger fort.

Skeptisch sind die Campus-Architekten, weil diese Massnahme bauliche und technische Anpassungen erfordere. Zusammenfassend bräuchte es laut Menziger sicher Anpassungen an der Aussenfassade und breitere Türen vom Foyer zum Campussaal, hingegen wäre der Boden im Saal auch für Privatfahrzeuge geeignet, weil er direkt auf dem Fundament liegt.

Miete dürfte steigen

Mit anderen Worten: Im Moment wird die Machbarkeit geprüft. CIAG-Präsident Martin Wehrli rechnet mit ersten Resultaten bis Mitte nächsten Jahres. Für den definitiven Entscheid seien weitere Schritte, wie eine Detailplanung und eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse, erforderlich. «Es bräuchte dann schon eine bestimmte Anzahl Autoausstellungen pro Jahr, sonst lohnt sich dieses Projekt nicht», sagt Wehrli, der mit erheblichen Aufwendungen rechnet.

Die durch die Investitionen ausgelösten zusätzlichen Kosten würden den Autoausstellern voraussichtlich mittels höherer Miete weiterbelastet. Martin Wehrli betont im Hinblick auf die anstehenden Abstimmungen: «Auf gar keinen Fall darf eine solche neue Zufahrt für den Steuerzahler zu Kostenfolgen führen.»