Die Gemeinderäte in Birr und Windisch stellten im letzten Herbst der Gemeindeversammlung respektive dem Einwohnerrat den Antrag, aus dem Verband Soziale Dienstleistungen Region Brugg auszutreten. Der Verband ist eine gemeinschaftliche Organisation von 24 Gemeinden der Region Brugg. Unter seinem Dach sind die drei Bereiche Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD), Jugend- und Familienberatung sowie Mütter- und Väterberatung zusammengefasst.

Während die Birrer Ja sagten zum Austritt per Ende 2019, lehnte der Windischer Einwohnerrat das Gesuch zum Austritt aus dem Fachbereich KESD ab. Dennoch war der Verbandsvorstand mit Präsident Reto Wettstein (Stadtrat Brugg) vor allem mit diesen Austrittsgesuchen beschäftigt. Eine ausserordentliche Abgeordnetenversammlung zum Thema Austritt und finanzielle Konsequenzen wurde durchgeführt. Mit Windisch steht der Verband seither in engem Kontakt. «Wir wollen uns wieder annähern», sagte Reto Wettstein an der Pressekonferenz des Verbands. «Die Zusammenarbeit mit Windisch wird proaktiv angegangen.»

Personalsituation beruhigt sich

Eingeführt wurden im Jahr 2017 auch die «runden Tische», an denen die Vorstandsmitglieder den Austausch mit den Gemeinden in ihren Regionen suchen. «Ziel ist es, näher bei den Sorgen und Nöte der Gemeinden zu sein und diese zeitnah in den Vorstand zu tragen und zu lösen», heisst es im Jahresbericht. Beruhigt hat sich die Personalsituation. 2016 lag die Fluktuationsrate bei 44%, im Jahr 2017 noch bei 10%. 33 Mitarbeitende beschäftigt der Verband, darunter 13 Beistände. Finanziell ist es im vergangenen Jahr ebenfalls gut gelaufen. Die Rechnung 2017 konnte unterhalb der budgetierten Gemeindebeiträge abgeschlossen werden, sodass eine Rückzahlung in der Höhe von 214 916 Franken erfolgen kann.

An der Abgeordnetenversammlung vom 14. Juni befinden die Delegierten über den Jahresbericht, die Jahresrechnung und über das Budget. Dazu kommen drei Anträge. Erstens sei der Gemeindeverband im Namen der Gemeinden zu ermächtigen, anfallende Spesen in Rechnung zu stellen, sofern das Reinvermögen des Klienten / der Eltern 15 000 Franken übersteigt. Die Steuerämter dürfen die Zahlen dazu bekannt geben. Zweitens sei der Gemeindeverband im Namen der Gemeinden zu ermächtigen, bei Mandaten ohne Rechnungsführung (Kinderschutzmandate und Begleitbeistandschaften) die Mandatsentschädigung in Rechnung zu stellen, sofern das Reinvermögen des Klienten resp. der Eltern ebenfalls 15 000 Franken übersteigt.

Auch hier sollen die Steuerämter Auskunft geben. Im dritten Antrag geht es um die Delegierten der Gemeinden. So soll ermöglicht werden, dass auch Stellvertreter des Delegierten abstimmungsberechtigt sind. Das ist heute nicht der Fall. Zu diesem Antrag gibt es seitens der Gemeinde Bözen einen Änderungsantrag. Sie fordert, dass bei Verhinderung des gewählten Abgeordneten der Gemeinderat jeweils mittels Protokollauszug einen Vertreter des gewählten Abgeordneten aus den Reihen des Gemeinderats bestimmen kann.

Weiter stehen die Wahlen auf der Traktandenliste. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Iris Schütz (Vertretung Bözberg), Roland Riedweg (Eigenamt), Beatrice Bürgi (Geissberg), Marianne Möckli (Schenkenbergertal) und Christian Bolt (Windisch) stellen sich alle wieder zur Wahl. Neu in den Vorstand rückt der Brugger Stadtrat Jürg Baur, der das Ressort von Wettstein übernommen hat (die AZ berichtete). Als Präsidentin zur Wahl stellt sich die bisherige Vizepräsidentin Marianne Möckli. Reto Wettstein, der im Brugger Stadtrat neu das Ressort Planung & Bau betreut, tritt als Präsident ab.