In Australien leben noch heute verschiedene Personen namens Rauber, von einer Windischer Auswandererfamilie abstammend. In der Regel führen sie jedes Jahr ein Familientreffen durch.

Mit dabei sind jeweils auch Neil und Linda Krosch, denn die Mutter von Neil war eine geborene Rauber. Mit Windisch, der Heimat der Vorfahren, pflegten die «australischen Rauber» bisher kaum Kontakt.

Dies wollten die in einem Vorort von Brisbane wohnhaften Kroschs nun ändern. Sie wollten erfahren, wo und wie die Vorfahren gelebt haben.

Und so gingen sie vor: Bei einer Google-Eingabe stiess der 65-jährige Neil, von Beruf Geologe, auf das Museum Schürhof von Walter und Magdalena Spillmann-Rauber.

Mehr als eine Woche hier

Das waren gleich zwei Fliegen auf einen Schlag: Zum einen fand man einen Rauber-Kontaktnamen, zum andern ein Museum mit Ausstellungsgut aus dem alten Windisch.

Sie setzten sich mit den Museumsinhabern in Verbindung und reisten vor wenigen Tagen an. Über eine Woche weilen sie nun hier. Am Montag führte sie der Historiker Max Baumann auf die Spuren der Vorfahren.

Der Weg führte zum Bossarthaus, das rund 200 Jahre lang, bis 1876, im Besitz der Rauber-Sippe war. Sie stellte unter anderem den ersten Siegrist, Kirchengutsverwalter und den Inhaber einer Strumpfweberei. Auch das Haus an der Zürcherstrasse 19 wurde zu einem ihrer Wohnsitze.

Mit 18 Jahren ausgewandert

Einen Augenschein nahm die Gruppe beim Schulhaus Dorf. Hatte doch Verena Rauber-Schwarz einen Teil ihres Lands für diesen Schulhausbau abgetreten. Weiter ging es zur Müli in Mülligen, wo Vater und Sohn Schwarz im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts die Mühle betrieben.

Der Sohn und die Nachkommen bewohnten den Hof an der Birrfelderstrasse 7/9. In diesem Haus hatte später Heinrich Pestalozzi mit seiner Frau die Flitterwochen und ersten Monate bis zum Bezug des Neuhofs in Birr verbracht.

Johannes Rauber heiratete 1865 eine Verena Schwarz. Dem Ehepaar wurden drei Kinder geschenkt; eines war der 1866 geborene Johannes. Und dieser wanderte mit erst 18 Jahren nach Australien aus, baute nahe Brisbane eine Farm auf und heiratete 1891.

Mit ihren Kindern und Kindeskindern – darunter die Mutter von Neil, Irene Esther Rauber – breitete sich das Rauber-Geschlecht in Australien weiter aus. Johannes musste später viel Land für den Bau des Flughafens Brisbane opfern. Ein Strassenstück trägt noch heute den Namen «Raubers Road».

Fotos fürs Rauber-Familientreffen

Am Dienstag waren die Kroschs bei Spillmanns zu Gast. Sie widmeten sich intensiv der «Ahnenforschung». Während Walter einen verwandtschaftlichen Bezug zur Schwarz-Sippe hat, stammt Magdalena von einem Zweig des Rauber-Geschlechts.

Die Australier liessen sich durch das Schürhof-Museum führen und lernten anhand der Ausstellungsobjekte, wie die Vorfahren hier gelebt und gewirkt hatten.

Sie zeigten sich tief beeindruckt vom Besuch in Windisch und Mülligen und knipsten das Gesehene unermüdlich, um ihren drei Kindern und den Teilnehmern des nächsten Rauber-Familientreffens die Heimat ihrer Vorfahren auch optisch näherzubringen.