Ausstellung
2000 Besuchende weniger als erwartet in Windisch: Trotzdem fällt das Fazit zu «Von Menschen und Maschinen» positiv aus

Rund 4000 Personen waren von der Eröffnung im Oktober 2020 bis zur Schliessung ein Jahr später im SBB-Historic-Gebäude zu Gast. Chefkurator Sammlung und Ausstellungen Rudolf Velhagen erklärt, womit die Sonderausstellung von Museum Aargau zu kämpfen hatte.

Carla Honold
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Die Sonderausstellung «Von Menschen und Maschinen» hatte die Industriegeschichte des Kantons Aargau zum Thema.

Die Sonderausstellung «Von Menschen und Maschinen» hatte die Industriegeschichte des Kantons Aargau zum Thema.

Carla Honold (20. August 2021)

Insgesamt besuchten 2021 rund 245’000 Personen das Museum Aargau an seinen neun Standorten, wie es in einer Mitteilung zum Jahresrückblick heisst. Die industriegeschichtliche Sonderausstellung «Von Menschen und Maschinen», die bis am 31. Oktober im SBB-Historic-Gebäude in Windisch zugänglich war, verbuchte laut Rudolf Velhagen, Chefkurator Sammlung und Ausstellungen und Projektverantwortlicher, von der Eröffnung bis zur Schliessung total 4000 Besucherinnen und Besucher.

Die prognostizierten Eintrittszahlen – Museum Aargau rechnete mit 6000 Besuchenden – seien damit nicht erreicht worden. «Die Werte entsprechen rund zwei Drittel der während der Pandemie korrigierten Erwartungshaltung», so Velhagen.

Die Pandemie durchkreuzte die Ausstellungspläne

Rudolf Velhagen ist seit 2019 Chefkurator Sammlung und Ausstellungen von Museum Aargau.

Rudolf Velhagen ist seit 2019 Chefkurator Sammlung und Ausstellungen von Museum Aargau.

zvg/Museum Aargau

Gründe für diese Abweichung sieht der Chefkurator einerseits bei den temporären Schliessungen der Ausstellung. «Von Menschen und Maschinen» sollte ursprünglich im April 2020 die Tore öffnen. Aufgrund der Pandemie konnte die Eröffnung erst einige Monate später im Oktober gefeiert werden. «Die Ausstellung startete vor dem Lockdown stark und zählte nach zwei Monaten bereits über 1400 Besuchende», berichtet Kunsthistoriker Velhagen.

Im Dezember 2020 musste «Von Menschen und Maschinen» coronabedingt geschlossen werden. Von der Wiedereröffnung im April 2021 bis zur regulären Schliessung im vergangenen Oktober wurde die Ausstellung gemäss dem Projektverantwortlichen von weiteren 2600 Personen besucht.

Beim jungen Publikum stiess die Ausstellung auf Anklang

Dass die erwartete Anzahl Besucherinnen und Besucher nicht erreicht wurde, begründet Velhagen weiter mit den einschränkenden Auflagen und den ausbleibenden Schulklassen sowie weiterer Gruppen. «Trotz der fehlenden Schulklassen waren 20 Prozent der Besuchenden unter 16 Jahre alt», kann er sich trotzdem freuen. Es sei feststellbar gewesen, dass «Von Menschen und Maschinen» bei jüngeren Personen und Paaren beliebt war.

«Auch haben die ständigen Verschiebungen des Begleitprogramms beim Publikum wohl zu einer Verunsicherung geführt», meint der 59-Jährige. Zur Situierung der Sonderausstellung an der Lagerstrasse in Windisch sagt Velhagen:

«SBB Historic hatte als Standort mit dem gewissen Industrial Touch seinen Reiz und passte für die Ausstellung, auch dank der Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr.»
Mit den Ausstellungsobjekten in «Von Menschen und Maschinen» deckte Museum Aargau mehr als 200 Jahre Industriegeschichte ab.

Mit den Ausstellungsobjekten in «Von Menschen und Maschinen» deckte Museum Aargau mehr als 200 Jahre Industriegeschichte ab.

Carla Honold (20. August 2021)

Der Spiegelsaal der Objekte machte den Besuch einzigartig

Als Learning nimmt Museum Aargau mit, wie Rudolf Velhagen rückblickend erklärt, dass es schwierig ist, eine Ausstellung mehrmals zu unterbrechen und wieder zu starten. Trotzdem sei es besser gewesen, als «Von Menschen und Maschinen» abzubrechen und abzuräumen. Der Chefkurator zeigt sich in seinem Fazit zufrieden:

«Festhalten durften wir auch, dass die Industriegeschichte des Kantons Aargau auf breites Interesse stösst.»

So werde Museum Aargau auch künftig in diesem Bereich der Geschichtserzählung aktiv bleiben und «Industriegeschichte lebendig vermitteln».

Im Spiegelsaal wurden die Sammlungsgegenstände auf besondere Weise präsentiert.

Im Spiegelsaal wurden die Sammlungsgegenstände auf besondere Weise präsentiert.

Severin Bigler (27. Mai 2021)

Ein Blick ins Gästebuch der Ausstellung bestätige, dass die Ausstellung beim Publikum sehr gut ankam. «Insbesondere der spektakuläre Spiegelsaal, in dem sich die industriegeschichtlichen Objekte der Sammlung Museum Aargau mehrfach spiegelten, vermittelte ein einmaliges Ausstellungserlebnis», fügt Velhagen hinzu.

Die Buchserie zur Industriegeschichte geht in die nächste Runde

Die Vernissage der neuen Buchreihe «Aargauer Industriegeschichten» fand in der Sonderausstellung statt.

Die Vernissage der neuen Buchreihe «Aargauer Industriegeschichten» fand in der Sonderausstellung statt.

Severin Bigler (27. Mai 2021)

Auf positive Resonanz stiess auch die neue Buchreihe «Aargauer Industriegeschichten», die Museum Aargau gemeinsam mit der Sonderausstellung lancierte, so Velhagen. Der erste Band der voraussichtlich dreiteiligen Serie zur Aarauer Firma F. Aeschbach AG von Manuel Cecilia habe in den Medien Beachtung gefunden und sich gut verkauft.

«Darum wird die Reihe nach Abschluss der laufenden Vorrecherchen mit Band 2 im Jahr 2023 fortgesetzt», sagt Velhagen. Um welche Firma sich das Buch dreht, möchte er noch nicht verraten.

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