Als Thomy Widmer am Montag mit seinem Fahrrad die Aare entlang fuhr, bemerkte er aus dem Augenwinkel eine Spur auf dem Wasser. Als er anhielt und genauer hinsah, staunte er nicht schlecht: Im Fluss schwamm eine über einen Meter lange Schlange. 

«Die Schlange kam immer wieder ganz nah ans Ufer und schwamm dann dann wieder weg. Ich hab die Schlange fast zehn Minuten lang beobachtet», erzählt der Aargauer. Sie sei sogar flussaufwärts geschwommen, sagt Widmer und lacht. «Sie wirkte recht fit.»

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AZ-Leserreporter

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Thomy Widmer ist artistischer Leiter der Kinder-Zirkuswoche in Brugg, die dieser Tage auf dem Abenteuerspielplatz stattfindet. In seiner Pause sei er zur Entspannung mit dem Fahrrad der Aare entlang gefahren, als er die Schlange entdeckte.

Schlange im Hallwilersee

Es sei schon das zweite Mal, dass er einer Schlange in Aargauer Gewässern begegnet. «Vor zwei Jahren war ich im Hallwilersee schwimmen, als mir eine Schlange direkt vor dem Gesicht vorbei schwamm.» Damals sei er noch recht erschrocken, sagt er, da er nicht wusste was ihm da über den Weg geschwommen ist. 

Vor Schlangen hat Widmer keine Angst. Als Zirkusartist arbeite er mit Schlangen, die einiges grösser als jene in der Aare seien. «Wir treten gewöhnlich mit einer Boa Konstriktor namens Vanillia auf. Sie ist ein Albino.» Noch letzte Woche sei er mit ihr aufgetreten.

Von Schlangenexperten weiss er, dass die im Aargau heimischen Schlangen ungefährlich sind. «Würde man sie angreifen oder in die Enge treiben, könnten sie zubeissen, aber man würde nicht daran sterben», so Widmer. Die meisten in der Schweiz heimischen Schlangen sind ungiftig. Der Biss einer Schweizer Giftschlange wäre für einen gesunden erwachsenen Menschen nicht gefährlich. 

Polizei entfernte Schlange von Spielplatz

Bei dem Exemplar in der Aare habe es ich wahrscheinlich um eine Würfelnatter oder Ringelnatter gehandelt, vermutet Widmer. Ausgestreckt schätzt er, hätte sie etwa eine Länge von 1,30 Metern gehabt. Damit wäre sie recht gross. «Die Schlange war schon ausgewachsen», meint Widmer. 

In der Gegend seien wohl schon öfter Schlangen gesichtet worden erzählt der Zirkusartist. Von den älteren Leitern im Kinderzirkus weiss er, dass sich schon mal eine Schlange auf den Abenteuerspielplatz verirrt hatte, wo sich die Kinder zur Zirkuswoche aufhielten. Da die Schlange einen Frosch gefangen hatte und sich nicht wegbewegen liess, musste die Polizei kommen und sie vom Platz entfernen.

Seine Beobachtung der Schlange auf der Aare hält Widmer dennoch für eher aussergewöhnlich. Dass man den Tieren in der Natur begegnet und sie so lange ungestört beobachten kann, komme doch eher selten vor. Es sei für ihn auch ein Zeichen, dass die Natur noch intakt sei. Deshalb meint er: «Ich habe mich über die Begegnung sehr gefreut.»