Brugg-Windisch

Auslandstudenten ziehts nicht hierher: Andere Fachhochschul-Standorte sind attraktiver

13 Austauschstudenten studieren im Frühlingssemester 2018 an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch.

13 Austauschstudenten studieren im Frühlingssemester 2018 an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch.

Für das Studium zieht es Semester für Semester junge Menschen in die Ferne. Auch an der Fachhochschule Nordwestschweiz schreiben sich immer wieder ausländische Studenten ein. In Basel sind es in diesem Frühlingssemester 31 Auslandstudenten, in Muttenz 6, in Olten 31 und in Brugg-Windisch 13.

Unter FHNW-Studierenden in Brugg-Windisch wird behauptet: Auslandstudenten würden Olten Brugg-Windisch vorziehen, weil es in der Region Brugg schwierig sei, eine Unterkunft zu finden. Eine Nachfrage der AZ bei der Kommunikationsstelle der FHNW zeigt: So einfach ist die Erklärung nicht.

Der Hintergrund: Die FHNW pflegt ein grosses Netzwerk mit Partnerhochschulen und -Universitäten sowie verschiedene Austauschmöglichkeiten mit diesen Partnerinstitutionen. Entsprechend sind Studierende aus dem Ausland an der FHNW willkommen. «Auch in grösserer Zahl als aktuell», schreibt Dominik Lehmann von der Medienstelle. Er ergänzt aber: «Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich nicht alle Studiengänge gleichermassen für ausländische Studierende eignen.» Es gebe beispielsweise Studienangebote, die ausschliesslich auf Englisch durchgeführt werden und sich damit besonders auch für ausländische Studentinnen und Studenten eignen. «Andere Bereiche wie die Lehrerausbildung sind speziell auf die Schweiz und damit nicht auf ausländische Studierende ausgerichtet.» Lehmann verweist auch auf die Kosten: «Es darf nicht vergessen werden, dass die Schweiz für ausländische Studierende teuer ist, was sich in einer gewissen Zurückhaltung bemerkbar macht.»

Entscheidet sich ein Student aus dem Ausland dafür, dennoch eine gewisse Zeit eine Hochschule in der Schweiz zu besuchen, braucht er eine entsprechende Unterkunft. Hier springt die FHNW unterstützend ein, denn die gute und individuelle Betreuung von Austauschstudenten sei der FHNW ein wichtiges Anliegen, heisst es. Deshalb biete die Fachhochschule Unterstützung und übernehme teilweise die Wohnraumsuche. Wobei Art und Umfang dabei je nach Standort sowie den Bedürfnissen der Studierenden vor Ort unterschiedlich sei. «Grundsätzlich liegt es jedoch in der Verantwortung der Austauschstudierenden, für die Zeit ihres Aufenthalts an der FHNW eine Unterkunft zu organisieren», betont Lehmann.

In Brugg-Windisch übernimmt gemäss Lehmann die FHNW in Zusammenarbeit mit dem Verein Studentisches Wohnen Region Brugg-Windisch die Wohnungssuche und unterstützt auf Wunsch auch beim Abschluss der notwendigen Versicherungen. «Die Austauschstudierenden erhalten zudem vor Beginn ihres Aufenthalts Informations-Unterlagen, die unter anderem auch Informationen zum Thema Unterkunft beinhalten. Ebenso bietet die FHNW auf ihrer Website Informationen zum Finden von Unterkünften», ergänzt Lehmann.

Olten hat ein Wohnheim

Nun zum Unterschied zwischen Brugg-Windisch und Olten: Gemäss FHNW ist es so, dass der Standort Olten über ein Wohnheim mit einem umfangreichen und professionell organisierten Angebot verfügt. In Brugg-Windisch werde leerstehender Wohnraum genutzt. «Das heisst, dass das Angebot variiert und vergleichsweise beschränkt ist», so Lehmann. Auf der Plattform studentenraum.ch sind (Stand Donnerstagnachmittag) drei Angebote in der Region Brugg-Windisch verfügbar. Darunter eine Wohnung für 1600 Franken.

Bezüglich Unterkunftssuche arbeiten die Standorte Brugg-Windisch und Olten auch zusammen. «Dass es generell zu wenig Unterkunftsangebote für Austauschstudierende in Brugg-Windisch gibt, konnte die FHNW bislang nicht beobachten», meint Lehmann. «Dass sich mehr Studierende in Olten niederlassen als in Brugg-Windisch, hat mit dem Angebot zu tun: In Olten wird eine höhere Anzahl englischsprachiger Studiengänge angeboten als in Brugg-Windisch.»

Meistgesehen

Artboard 1