Bözen

Ausgetanzt: Die Gymnastikgruppe Bözen macht eine einjährige Pause

Ob die Gymnastikgruppe Bözen künftig wieder Erfolge feiern wird, ist unklar.

Ob die Gymnastikgruppe Bözen künftig wieder Erfolge feiern wird, ist unklar.

Die Gymnastikgruppe Bözen legt eine einjährige Pause ein. Gründerin Alexandra Berner lässt offen, ob die erfolgreiche Gruppe nochmals zurückkommt. Möglich ist, dass eine neue Gruppe mit jungen Leuten gegründet wird.

Sie hat in den letzten 17 Jahren ihrem Hobby vieles untergeordnet, hat ihr Leben danach ausgerichtet, hat viel Energie hineingesteckt, hat immer Vollgas gegeben. Alles für die Gymnastikgruppe Bözen, die bekannt ist für ihre erfolgreichen Auftritte über Jahre. Dreimal holte sie den Schweizer-Meister-Titel, dazu kamen unzählige Kantonal- und Kreismeistertitel. Jetzt haben Alexandra Berner (33) und einige ihrer langjährigen Kolleginnen gefunden: «Wir brauchen eine Pause.»

Eine Pause, um durchzuatmen, um herauszufinden, ob man wirklich weiterhin noch Lust hat auf die Gymnastikgruppe oder nicht. Doch es gibt auch andere Gründe für den Unterbruch. «Die Prioritäten haben sich verschoben», sagt Alexandra Berner, die für die Choreografien zuständig war. «Mit Partner, Veränderungen im Job und sonst in der Freizeit ist es nicht einfach, auch in der Gymnastikgruppe noch Vollgas zu geben.» Alexandra Berner beispielsweise ist Physiotherapeutin und wird ab Februar 2015 die stellvertretende Leitung übernehmen. Das bringt mehr Aufwand im Job mit sich.

Gymotion 2014: Die Damenrige Bözen zusammen mit dem Damenturnverein Oberrüti im Zürcher Hallenstadion

Gymotion 2014: Die Gymnastikgruppe Bözen zusammen mit dem Damenturnverein Oberrüti im Zürcher Hallenstadion

Die Energie war einfach da

Für Alexandra Berner wird sich in diesem Jahr Pause auch die Frage stellen: «Kann und will ich nochmals diese Energie aufbringen?» Die erste Phase ohne Training mit der Gymnastikgruppe habe zwar gezeigt, dass sie es doch vermisst. Aber sie sucht nun auch nach einer anderen sportlichen Tätigkeit. Yoga, das würde ihr noch passen, sagt Alexandra Berner. «Bisher hatte ich ja regelmässig Fitness, jetzt muss ich mich nach etwas anderem umschauen, mich sportlich neu orientieren.»

In den letzten 17 Jahren habe sie die Energie immer problemlos aufgebracht. «Eigentlich musste ich sie gar nicht aufbringen, sie war einfach da», sagt Alexandra Berner, die die Gruppe im Alter von 16 Jahren im Geheimen gegründet hat. Viele hätten sie jetzt, da die Gruppe bekannt gegeben hat, dass sie Pause macht, gefragt, ob sie denn in all den Jahren nicht vieles verpasst habe. Alexandra Berner findet: «Nein. Ich wollte diese Gymnastikgruppe leiten, habe viel Herzblut hineingesteckt.»

Die Damenrige Bözen an der Gymotion 2010 – live begleitet von der Swiss Army Concert Band

Die Gymnastikgruppe Bözen an der Gymotion 2010 – live begleitet von der Swiss Army Concert Band

Konkurrenz bedauert den Unterbruch

In einer Mitteilung heisst es zwar, dass man offen lassen will, was in einem Jahr passiert. Das Gespräch mit Alexandra Berner zeigt aber auf, dass ein Neustart möglich ist. «Beispielsweise eine neue Gymnastikgruppe mit jungen Leuten», sagt sie.

Die Konkurrenz hat auch auf die Neuigkeit reagiert. «Viele Gruppen finden es schade, dass sie eine Konkurrenz verlieren», sagt Alexandra Berner. «Denn Konkurrenz spornt immer auch an.» Die Vereine im Dorf meinten ebenfalls, dass nun etwas fehlt. Ein Abschied auf Raten ist die Pause der Gymnastikgruppe aber nicht. Am Turnerabend wurde sie vom Damenturnverein, von der Damenriege und dem Turnverein ausgezeichnet. Anschliessend feierte man «eine Art Abschluss-Fest».

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