Brugg

Ausgebaute Strassen waren für Römer wichtig

Was ist das denn? Vernissagebesucher besichtigten mit grossem Interesse die Objekte in den Schaukästen.

Was ist das denn? Vernissagebesucher besichtigten mit grossem Interesse die Objekte in den Schaukästen.

In Hüfingen und Schleitheim war sie bereits zu sehen, nun macht sie bis 12. Oktober im Vindonissa-Museum Station, danach an 12 weiteren Orten in Deutschland: die Wanderausstellung Römerstrasse.

Christiane Frank aus Rottweil, hauptverantwortlich für Konzept und Umsetzung, wies an der hervorragend besuchten Vernissage auf die Bedeutung gut ausgebauter Strassen im römischen Reich hin.

Vielfältiges Bild römischer Kultur

Die Route Aare-Neckar-Alb war ein wichtiger Bestandteil dieses Strassennetzes. Die entlang der Route ausgegrabenen Zeugnisse bieten ein umfassendes, vielfältiges Bild der römischen Kultur und des alltäglichen Lebens und lassen Geschichte lebendig werden.

Die Ausstellung vermittelt an 12 Stellwänden einen informativen Über- und Einblick und stellt die wichtigsten Funde und Relikte in 20 Ortschaften vor: etwa die Kastelle Köngen und Hüfingen, den aufwendig rekonstruierten Gutshof Hechingen-Stein, die Badeanlage Rosenfeld, das Thermenmuseum Schleitheim, die Römerquelle Bad Niedernau, die 32 Meter lange Prachtslatrine in Rottenburg, Funde in Rottweil, einen Keller mit Götterstatuen in Sulz am Neckar. Zudem finden sich allgemeine Angaben über Themen wie Badekultur, Essen und Trinken, Luftbildarchäologie.

In zwei Vitrinen werden interessante Fundstücke aus Vindonissa präsentiert. Christiane Frank dankte dem hiesigen Museumsleiter René Hänggi für die tatkräftige Unterstützung.Von blossem Auge ist der Verlauf dieser Römerstrasse nur schwer zu erkennen.

Jürgen Trumm, Leiter Ausgrabungen der Kantonsarchäologie Aargau, zeigte aber mit faszinierenden Bildern, wie der Verlauf durch Wiesen und Äcker auf Luftaufnahmen sichtbar wird – und dass er auf weiten Strecken unter heutigen Feldwegen und Strassen durchführt. Bei Ausgrabungen kamen Strassenreste zum Vorschein, etwa auf dem Campusareal und unter dem Verenamünster in Bad Zurzach. Der Verlauf ist auf der «Tabula Peutingeriana», der mittelalterlichen Kopie einer antiken Strassenkarte, eingezeichnet.

5000 Jahre alte Funde

Die Vernissage wurde verbunden mit der Präsentation der neuen Aktuell-Vitrine. Sie ist dem Werkplatz in Künten gewidmet, wo um 3000 v. Chr., in der Jungsteinzeit, Steinbeile hergestellt wurden. Die Herstellungsschritte können genau dokumentiert werden, wie Judith Fuchs erläuterte. Stolz ist sie auf eine neu gefertigte, ebenfalls ausgestellte Replik eines solchen Steinbeils, das mit einem Originalstein ausgestattet ist.

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