Brugg-Windisch

Aus Zitaten entsteht Kunst – und jeder kann mitwirken

Er fängt Gesprächsfetzen ein: Urs Aeschbach am Werk.

Er fängt Gesprächsfetzen ein: Urs Aeschbach am Werk.

Der Künstler Urs Aeschbach sucht das Gespräch und hält es als Styropor-Skulptur fest. An der FHNW entsteht seine Installation.

«Ich geniesse die Interaktion mit den Menschen und den guten Service hier», sagt Urs Aeschbach zufrieden.

Den Künstler trifft man aktuell auf der Passerelle der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) an. Er fällt sofort auf. Denn Aeschbach trägt einen weissen Overall, an dem beschriebene Zettel festgemacht sind.

Unter dem Motto «Kunst im Bau» von der Kulturplattform Treffpunkt Kultur, arbeitet der Künstler während sechs Tagen an seinem Projekt «White Noise» an der FHNW. Dabei sammelt er Statements aus Gesprächen mit Studenten, Dozenten oder Passanten.

«White Noise ist das Geräusch, das beispielsweise ein Radio macht, wenn er nicht die richtige Frequenz hat. Die Statements sind genau wie ein solches Rauschen, das von allen Seiten auf uns wirkt», erklärt Aeschbach.

Die Aussagen schreibt er zusammen mit eigenen, aufwendig recherchierten Statements, auf Styroporplatten. Diese sind auf der gesamten Passerelle zu finden und entwickeln sich durch die Interaktion mit den Leuten als Skulptur stetig weiter.

«Das Aufschreiben bedeutet viel Arbeit», sagt er. Dies helfe ihm jedoch gleichzeitig, das Gesagte besser aufnehmen zu können.

Kunst als Anstoss zur Diskussion

«Es geht uns auch darum, dass man einmal hinter die Kulissen schauen und den Entstehungsprozess einer Arbeit mitverfolgen kann», sagt Andrina Jörg, Verantwortliche von Treffpunkt Kultur an der FHNW. Sie hatte die Idee, Aeschbach für das Projekt anzufragen. «Ich kannte Urs Aeschbach bereits und wusste, dass er ein interessanter Künstler ist», sagt Jörg. «Ich kenne die Begebenheiten und konnte ihn so unterstützen», fährt sie fort.

Das Ziel sei es, Bildung und Kunst in Verbindung zu bringen und als Diskussionsanstoss zu nehmen. «Da ich selbst auch Kunstlehrer bin, ist mir das Thema Bildung sehr nahe», sagt Aeschbach.

Bei seiner Arbeit gehe er aber auch auf die Architektur des Gebäudes ein. «Die weissen Styroporplatten korrespondieren mit den Deckenplatten des Raums», erklärt Aeschbach. Die weisse Farbe des Styropors erinnere zudem an die sogenannten Flipcharts, die man häufig in den Klassenzimmern antrifft.

Mit seiner Arbeit sei er bis jetzt sehr zufrieden. Auch von den Leuten habe er bislang nur positive Feedbacks erhalten. Morgen Mittwoch wird dann der letzte Arbeitstag für Aeschbach an der FHNW sein. «Es ist ein grosses Privileg für einen Künstler, einmal mit seinem Publikum sprechen und interagieren zu können», sagt er.

Finissage mit Apéro Mittwoch, 14.12., 18 Uhr, auf der Passerelle der FHNW.

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