Bezirk Brugg

Aus drei Vereinen wird Gemeindeverband für soziale Dienstleistungen

Von links: Gemeinderat Dr. Christoph Häfeli (Windisch), Annelies Jordi von der Mütter- und Väterberatung Bezirk Brugg, Rolf Fäs externer Berater BDO, Annemarie Baumann Vize-Präsidentin von der Jugendfürsorge des Bezirks Brugg, Beatrice Bürgi Gemeinderätin Riniken, Marianne Möckli Gemeindeammann Villnachern und Leitung Arbeitsgruppe, Reto Wettstein Stadtrat Brugg.

Von links: Gemeinderat Dr. Christoph Häfeli (Windisch), Annelies Jordi von der Mütter- und Väterberatung Bezirk Brugg, Rolf Fäs externer Berater BDO, Annemarie Baumann Vize-Präsidentin von der Jugendfürsorge des Bezirks Brugg, Beatrice Bürgi Gemeinderätin Riniken, Marianne Möckli Gemeindeammann Villnachern und Leitung Arbeitsgruppe, Reto Wettstein Stadtrat Brugg.

Jugend- und Familienberatung, Mütter- und Väterberatung und KESD: Diese drei Vereine sollen gemeinsam unter ein Dach. Das schlägt eine Arbeitsgruppe rund um Marianne Möckli, Gemeindeammann Villnachern, vor.

Die Jugend- und Familienberatung, die Mütter- und Väterberatung und der Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD) sind im Bezirk Brugg zurzeit in je einen Verein unterteilt. Diese werden ehrenamtlich geführt, die Gemeinden sind Mitglied. Einige wenige Gemeinden bieten den Dienst auch selber an. Die Vereine sind dort tätig, wo die Gemeinden die Dienstleistung nicht selber erbringen. Denn grundsätzlich gilt: Die Aargauer Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, Dienstleistungen in diesen drei Bereichen ihren Einwohnern zu bieten.

Aufgaben ehrenamtlich kaum zu bewältigen

Weil auch in diesen Vereinen die Aufgaben ehrenamtlich kaum noch zu bewältigen sind, haben die Gemeindeammänner und Gemeindeschreiber des Bezirks Brugg an ihrer Konferenz kurz vor der Einführung des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 beschlossen, die Organisation der drei Dienstleistungen zu überprüfen. Eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern der Regionen Bözberg, Eigenamt, Geissberg, Schenkenbergertal sowie der Stadt Brugg und der Gemeinde Windisch – hat zusammen mit Rolf Fäs, externer Berater vom Treuhandbüro BDO, eine Lösung gesucht.

Vorlage kommt an die Gmeind

Diese Lösung haben die Verantwortlichen an der gestrigen Medienkonferenz präsentiert. Sie sieht vor, dass die drei Vereine unter einem Dach vereint werden. Dieser Gemeindeverband – Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg genannt – muss neu gegründet werden und per 1. Januar 2016 seine Arbeit aufnehmen können. An den kommenden Gemeindeversammlungen wird in sämtlichen Gemeinden im Bezirk Brugg darüber abgestimmt. Die Einwohnerräte von Brugg und Windisch beraten das Geschäft im Herbst. Damit der Gemeindeverband gegründet werden kann, müssen mindestens 50 Prozent der Gemeinden, die 50 Prozent des finanziellen Aufwands tragen, der Vorlage zustimmen. Als Vergleich: Die Zentrumsgemeinden Brugg und Windisch müssten etwa 35 Prozent der Aufwendungen bezahlen.

Neue Kostenaufteilung

Der Kostenverteiler ist nach Satzungen geregelt. Heute werden den Mitgliedsgemeinden die Kosten für die drei Dienstleistungen basierend auf der Einwohnerzahl pro jeweiliger Gemeinde verrechnet. «Um dem Verursacherprinzip besser gerecht zu werden, die Solidarität unter den Gemeinden aber gleichwohl in einem recht hohen Mass beizubehalten, werden die Kosten ab dem 1. Januar 2016 neu zu 80 Prozent nach Einwohner und zu 20 Prozent nach Fallzahlen pro Fachbereich abgerechnet», heisst es vonseiten der Arbeitsgruppe. Die Satzungen können dann nur von zwei Dritteln der anwesenden Delegiertenstimmen sowie zwei Dritteln der anwesenden Gemeinden abgeändert werden.

Verband soll im August gegründet werden

Geht es nach dem sportlichen Programm der Arbeitsgruppe, soll dann der Verband bereits im August gegründet werden. Danach werden die Tätigkeiten der drei Vereine anfangs 2016 in den neuen Verband überführt. Anschliessend folgt die Auflösung der Vereine. Die Mitgliedsgemeinden werden einen 6- oder 7-köpfigen Vorstand, bestehend aus Abgeordneten der Gemeinden, wählen. Ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin wird sich um das operative Geschäft kümmern. Insgesamt verspricht sich die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Marianne Möckli, Gemeindeammann Villnachern, eine einfachere Organisation, professionelleres Arbeiten und eine bessere Kommunikation unter den Gemeinden vom neuen Gemeindeverband. Die Kosten allerdings dürften insgesamt leicht höher sein.

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