Am kommenden Wochenende kann das Lupfiger Stimmvolk nicht nur mitentscheiden, wer in den kommenden vier Jahren den Aargau im National- und Ständerat vertreten soll. Es kann auch wählen, wer den frei werdenden Sitz von CVP-Gemeinderat Antonino Vecchio besetzen soll. Als offizielle Kandidaten stellen sich Heinz Rohr von der SVP und Ivano Colomberotto vom Verein «Pro Lupfig» für eine aktive Gemeindepolitik zur Verfügung. Auch wenn sich der Rücktrittsgrund von Antonino Vecchio durch die Neuorganisation nach dem Eklat im Altersheim Eigenamt praktisch in Luft aufgelöst hat, stellt der scheidende Gemeinderat klar, dass eine Wiederwahl für ihn kein Thema ist. «Ich halte an meinem Rücktritt fest und würde einer allfällige Wahl ablehnen», betont Vecchio.

Berufliche Überlastung

Beim zweiten Wahltermin am 13. Dezember geht es um den Sitz von Gemeinderat Thomas Frey. Wegen beruflicher Überlastung verbunden mit einem Burnout sei er seit Anfang August 2015 krankgeschrieben und in ärztlicher Behandlung, sagt Frey auf Anfrage. «Ein teilweiser Wiedereinstieg in den Beruf wird frühestens im November erfolgen können.» Aus diesem Grund habe er Anfang September beim kantonalen Departement Volkswirtschaft und Inneres seine Demission als Gemeinderat per Ende Jahr beziehungsweise per nächsten Wahltermin eingereicht.

Frey erachtet es als notwendig, die Aufgaben in seinem Leben neu zu ordnen und die Belastung zu reduzieren. «Das Amt als Gemeinderat ist zeitintensiv und teilweise auch belastend», stellt er klar. Innerhalb eines Gemeinderats gebe es anspruchsvolle Diskussionen und unterschiedliche Meinungen. Das sei in einer von Stimmbürgern gewählten Behörde aus unterschiedlichen Menschen normal und auch gut.

«Wer sich dessen nicht bewusst ist, sollte sich auch nicht wählen lassen», so Frey weiter. Die Arbeit im Gemeinderat Lupfig habe ihm immer Freude bereitet und sein Rücktritt sei rein aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Mit diesen Aussagen will Frey auch Gerüchte aus dem Weg räumen, wonach sein Rücktritt noch andere Gründe haben könnte. Zum Thema Altersheim Eigenamt hält Frey fest, dass er die Position des Lupfigers Gemeinderats persönlich immer klar unterstützen konnte.

Wie auch immer die Wahl am 18. Oktober ausgehen wird, es ist also gut möglich, dass der Zweitplatzierte dann im Dezember doch noch gewählt wird.