Rauch tritt aus dem Pompa- und Geissmann-Trendshop-Gebäude an der Hauptstrasse 2 aus. Die Feuerwehr ist alarmiert, 96 Personen sind innert weniger Minuten vor Ort – ebenso Kommandofahrzeug, Tanklöschfahrzeug und Atemschutztruppen. Die Verkehrsgruppen lassen Fahrzeuge zunächst noch tröpfchenweise durchfahren, ehe sie die Strasse komplett sperren und den Verkehr via Schnellstrasse umleiten.

«Brand mittel», wird Einsatzleiter Stefan Keller später zu Protokoll geben. «Aus diesem Grund kommt das Fahrzeug mit der Autodrehleiter nicht zum Einsatz. Zu tun, gibts trotzdem genug: Mehrere Personen müssen aus dem 1. und 2. Stock via Leiter geborgen werden, eine Person klagt über Atemprobleme und wird im Verwundetennest von den Sanitäterinnen und Sanitätern umsorgt.

Aus brennenden Gebäuden gerettet: Hauptübung der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen

Szenen der Feuerwehrübung in Hausen.

Der Brandherd ist noch nicht gefunden und schon ertönen Hilferufe aus dem 2. Stock des Pompa-Gebäudes. Diese Person wird ebenfalls über die Leiter befreit. Kommandant Stefan Hiltpold kommentiert die Szenerie vor Ort, erklärt den rund 80 Zaungästen, was gerade vor sich geht. Ein Mann wird aus dem Gebäude getragen; es ist ein Atemschützer, der sich während der Arbeit verletzt hat und nun behandelt werden muss.

Übungsleiter und Vizekommandant Jan Mlekusch attestierte den 96 Frauen und Männern nach getaner Arbeit einen «super Einsatz» geleistet und die Übung erfüllt zu haben. Stefan Hiltpold bedankte sich bei Jan Mlekusch für dessen Einsatz und die gemeinsame, dreijährige Zusammenarbeit. Er wird Ende Jahr aus persönlichen Gründen aus dem Feuerwehrdienst ausscheiden.

Pionierfahrzeug eingeweiht

Im zweiten Teil der Hauptübung wurde das knapp 16 Tonnen schwere, neue Pionierfahrzeug eingeweiht. Stefan Hiltpold gab bekannt, dass er die Feuerwehr mittlerweile eher als Schadenwehr betitle. Denn Feuer spiele in den meisten Ereignissen, zu denen die Feuerwehr gerufen werde, mittlerweile eine kleine Rolle. Personenrettungen oder Elementarschäden stünden im Vordergrund. Gemeindeammann Eugen Bless hatte als Präsident der Feuerwehrkommission die Ehre, den grossen Schlüssel aus den Händen von Marco Schär von der Herstellerfirma Vogt entgegenzunehmen.

Zuvor hatte Bless erklärt, dass die Feuerwehr vor zehn Jahren fusionierte und in der Zwischenzeit einige Fahrzeuge ersetzt wurden. Für das mit bautechnischen und infrastrukturellen Hilfsmitteln ausgestattete Pionierfahrzeug sei ein Kredit von 500 000 Franken gesprochen worden, der zu zwei Dritteln von Windisch, einem Drittel von Hausen und einem Beitrag der Gemeinde Habsburg getragen werde. Dazu kämen Subventionen durch die Aargauische Gebäudeversicherung. Die Gäste liessen es sich nicht nehmen, das fahrende Magazin unter anderem mit Motorsägen, Trennscheiben und Hebematerial genauer anzuschauen und sich darüber zu informieren.