40 neue Wohnungen sowie Wohnateliers und Gewerberäume entstehen in der neuen Wohnsiedlung «Am Rain» in Brugg. Zwei bestehende Mehrfamilienhäuser mit total 24 Wohnungen liess die Bau- und Wohngenossenschaft Graphis mit Sitz in Bern bereits abreissen. Gestern Nachmittag folgte der offizielle Spatenstich in Anwesenheit des Verwaltungsrats der Graphis, von Vertretern des Architekturbüros, der Stadt sowie von Bauarbeitern.
Es war der zweite Spatenstich auf demselben Grund. Die vorherige Siedlung mit 24 Wohnungen an der Zurzacherstrasse 52 und 54 wurde vor 70 Jahren gebaut. Die Sanierung lohnte sich gemäss Graphis nicht – zu schlecht waren die Schallisolation und die Wärmedämmung. In der neuen Überbauung wird Wert gelegt auf verdichtetes Bauen sowie Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist wichtig

Das überzeugte im Mai 2018 auch den Einwohnerrat Brugg. Das Stadtparlament genehmigte die Teiländerung des Bauzonenplans von einer dreigeschossigen Wohnzone W3 in die viergeschossige Wohnzone W4 mit Gestaltungsplanpflicht. Im Herbst 2018 schliesslich erfolgte die Baubewilligung, im März 2019 der Abbruch. Der Bezug der neuen Wohnungen – es entstehen 2,5-Zimmer- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen – soll in gut zwei Jahren erfolgen.
Marco Fumasoli, Verwaltungsratspräsident der Graphis, sprach gestern von 23,3 Millionen Franken, die investiert werden. Besonders hervorgehoben hat er die nachhaltige Bauweise der Siedlung. Einerseits wird die Siedlung im Minergie-Standard gebaut, andererseits entsteht eine Photovoltaik-Anlage, die 95'000 kWh pro Jahr produziert. «Das reicht vollumfänglich für die Haustechnikanlagen.»

Ein eigener Wohnungstyp

Genauer auf die Bauweise ein ging Tobias Lindenmann vom zuständigen Architekturbüro Adrian Streich Architekten Zürich. «Die Siedlung hat bezüglich Licht eine ideale Ausrichtung. Unser Ziel ist es, gute Wohnungen trotz der Nähe zur Zurzacherstrasse anbieten zu können.» Entlang dieser Hauptverkehrsachse wird das Gebäude dreigeschossig, aus Sicht vom «Am Rain» wird es viergeschossig. Für das Projekt hat das Architekturbüro einen eigenen Wohnungstyp entworfen. So soll das Entrée grösser ausfallen als in anderen Wohnungen und als zusätzliche Nutzfläche dienen, erklärt Lindenmann.

Stadtrat Reto Wettstein zeigte sich erfreut über die Weiterentwicklung an der Zurzacherstrasse und betonte gleichzeitig, dass er hoffe, dass das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) in 20 Jahren umgesetzt wird, damit es an der Zurzacherstrasse weniger Durchgangsverkehr gibt und die Wohnlage ruhiger wird.

Gelingt alles so, wie es geplant ist, wird neben der heutigen Baustelle die gleiche Wohnsiedlung gespiegelt nochmals entstehen. Insgesamt soll es «Am Rain» künftig also gut 80 neue Wohnungen geben.