Brugg

Aufatmen in Brugg: Von den Altdeponien geht keine Gefahr aus für Badi-Gäste

Das markante Garderobengebäude des Freibads kann auf den neusten Stand gebracht werden. Visualisierung Zvg

Das markante Garderobengebäude des Freibads kann auf den neusten Stand gebracht werden. Visualisierung Zvg

Die Untersuchungen der belasteten Standorte im Gebiet Steiger und Altenburg sind abgeschlossen und die Ergebnisse sind für die Stadt durchaus zufriedenstellend: Weder ist die Bevölkerung gefährdet, noch wird die Sanierung unermesslich teuer.

Aufatmen in Brugg: Die Untersuchungen der belasteten Standorte im Gebiet Steiger und Altenburg sind abgeschlossen. «Der Stadtrat nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass von den Altdeponien keine Gefährdung ausgeht und dass die Stadt mit keinen grossen Sanierungskosten zu rechnen hat», führt die Behörde in einer Medienmitteilung aus.

Der Hintergrund: Der alte Seitenarm der Aare in Brugg wurde ab den 30er- bis Mitte 70er-Jahre in mehreren Etappen mit Bauschutt, Kehricht und Industrieabfällen aufgefüllt. Als Deponien «Steiger», «Steiger Rütenen-Bodenacker», «Altenburg Nord» sowie «Altenburg Süd» wurden sie in den Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Das Schwimmbad liegt teilweise auf früheren Deponien. Im Hinblick auf die dritte Etappe der Freibadsanierung tauchte deshalb die Frage auf, ob mit Auswirkungen oder gar mit einer Gefährdung zu rechnen ist.

Schadstoffe vorhanden, aber . . .

Bereits in den 90er-Jahren wurden im Rahmen eines Vorsorgeprogramms Untersuchungen durchgeführt. Der Fokus richtete sich damals primär auf den Schutz des Grundwassers. Um die weitere Entwicklung der Schadstoffemissionen zu überprüfen und insbesondere auch, um Gewissheit über mögliche Beeinträchtigungen für die aktuellen Nutzungen zu erlangen, standen 2014 und 2015 mit einer ergänzenden technischen Altlastenuntersuchung im Auftrag der Stadt nochmals umfangreiche Untersuchungen an. Diese wurden, hält der Stadtrat fest, durch ein spezialisiertes Fachbüro ausgeführt und erfolgten in Abstimmung und in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Abteilung für Umwelt.

Nebst der erneuten Untersuchung des Grundwassers wurden Bodenproben aus dem Bereich des Schwimmbads sowie der betroffenen Landwirtschaftsflächen entnommen. Überdies wurden durch einen Spezialisten im Bereich des Frei- und Hallenbads Gasmessungen durchgeführt. Die Resultate der Untersuchungen wurden in zwei Gutachten dokumentiert und der Abteilung zur Beurteilung eingereicht.

«Die Untersuchungsresultate zeigten», fährt die Behörde fort, «dass auch heute noch Spuren von verschiedenen Schadstoffen aus den Deponien ins Grundwasser emittieren. Die Konzentrationen sind jedoch so tief, dass sowohl heute als auch in Zukunft keine schädlichen Einwirkungen auf das Grundwasser zu erwarten sind.» Die untersuchten Bodenproben hätten ebenfalls geringfügig erhöhte Gehalte an einzelnen Schwermetallen und an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) aufgewiesen. «Die ermittelten Schadstoffkonzentrationen liegen in einem Bereich, wie sie heute in den Siedlungsgebieten im Schweizer Mittelland als Hintergrundbelastung nicht unüblich sind.»

Standorte bleiben im Kataster

Einzig auf einer offenen Wiesenfläche im Freibad sei lokal ein leicht erhöhter Gehalt des Stoffes Benzo(a)pyren gemessen worden, der eine genauere Prüfung erforderte. Mit einer detaillierten Gefährdungsabschätzung gemäss den Vorgaben des Bundesamts für Umwelt (Bafu) konnte laut Stadtrat aufgezeigt werden, dass weder für spielende Kinder noch für erwachsene Gäste im Freibad eine konkrete Gefährdung besteht. «Die Gasmessungen bestätigten zudem, dass aus den Deponien praktisch keine Gase austreten. Für die Badegäste bestehen weder im Frei- noch im Hallenbad gesundheitliche Risiken.»

Zwischenzeitlich liegen nun alle Stellungnahmen der Abteilung für Umwelt vor. Diese stützt in ihren Beurteilungen die Einschätzungen des beauftragten Fachbüros und kommt zum Schluss, dass heute und in absehbarer Zukunft von den Altdeponien keine Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgeht. «Mit diesem Schritt kann die ergänzende technische Altlastenuntersuchung ohne Anordnung von weiteren Massnahmen abgeschlossen werden», fasst die Behörde zusammen. Die Standorte bleiben im Kataster als belastete Standorte ohne Überwachungs- oder Sanierungsbedarf eingetragen. Bei künftigen Bauvorhaben können aber Abklärungen sowie der Beizug eines Fachbüros notwendig werden, um die korrekte Abfallentsorgung des Aushubmaterials sicherzustellen.

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