Nur einen Steinwurf vom ältesten Amphitheater der Schweiz entfernt werden derzeit in Windisch entlang der Hauserstrasse Lärmschutzwände gebaut. Gegen die neue 2,3 Meter hohe Holzwand im Garten wehrt sich eine Familie. Projektleiter Guido Sutter vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) sagte Ende Juli, das Projekt sei auf Verlangen der kantonalen Denkmalpflege und des kantonalen Ortsbildschutzes geändert worden.

Welche Änderung verlangte die kantonale Denkmalpflege und welche Rolle spielt dabei die Nähe zum kantonal geschützten Amphitheater? Sprecherin Simone Strub Larcher vom zuständigen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) sagt: «Sowohl Denkmalpflege wie Ortsbildschutz pochten im Rahmen des historisch sensiblen Umfelds auf eine adäquate Gestaltung.»

Vor einigen Wänden gibts Linden

Da der Bau einer Lärmschutzwand für das Ortsbild problematisch sei, sollten vor der Lärmschutzwand Bäume gepflanzt werden. Damit soll der Strassenabschnitt einen begrünten Allee-Charakter erhalten und die eigentlichen Schallschutzbauten in den Hintergrund rücken lassen. Der Landschaftsarchitekt plane, vor den Holzwänden in unregelmässigen Abständen Linden zu pflanzen, sagt der BVU-Vertreter. Mit anderen Worten: Bei denjenigen Liegenschaften, wo es Platz in den Nischen vor der Wand hat, wird es Bäume geben, in den anderen Bereichen wird die Wand mit Kletterpflanzen begrünt. Die Bäume werden die Höhe der Wand bald überragen. Nach Abschluss des kantonalen Bauprojekts ist die Gemeinde für die Pflege dieser neuen Pflanzen zuständig.

Diese Projektänderung entstand laut BKS-Sprecherin frühzeitig im Rahmen der Projekterarbeitung. Die Denkmalpflege beurteile im Rahmen des Kulturgesetzes bauliche Massnahmen im Umfeld von kantonalen Denkmalschutzobjekten – wie dem Amphitheater – auf eine allfällige Wirkungsbeeinträchtigung. «Auf die Materialwahl hat die Denkmalpflege keinen weiteren Einfluss genommen», sagt Simone Strub Larcher. Das stimmt nicht ganz, wie eine Nachfrage beim BVU zeigt. Projektleiter Guido Sutter erklärt, dass zwar Holzelemente sehr gut schallabsorbierend und von der Sektion Lärmschutz bereits vor Jahren als Standard für den Innerorts-Bereich festgelegt worden seien. Er erwähnt aber auch, dass die Denkmalpflege bei einer bestehenden Betonmauer vor einer Liegenschaft an der Hauserstrasse keinen von den Eigentümern gewünschten Glaswandaufsatz akzeptierte, sondern auf Beton setzte.

Die BKS-Sprecherin ergänzt: «Die Ortsbildpflege und die Denkmalpflege sowie auch die Projektverfasser suchten eine möglichst einheitliche Gestaltung der Lärmschutzwand. Eine parzellenweise unterschiedliche und zufällige Gestaltung schien ortsbaulich wenig angemessen.»

Beim Lärmschutz-Projekt in Windisch gibt es einzig bei der Liegenschaft Fahrgut vor der Reussbrücke nach Gebenstorf beim Material eine Ausnahme. Die Glaswand beim Fahrgut sei ein für sich alleine stehendes Element, das den Blick auf das und vom Objekt freihalten soll, so das BKS.