Brugg
Auf ungenutztem Pachtland sollen schon bald Tomaten wachsen

Micha Baumgartner hofft auf Schützenhilfe von der Stadt für sein Gemeinschaftsgarten-Projekt. Es hat sich bereits eine Kerngruppe gebildet, nun liegt ein Antrag bei dem Brugger Stadtrat vor.

Nik Dömer
Drucken
Teilen
Micha Baumgartner beim Schrebergartenareal am Weiermattring.

Micha Baumgartner beim Schrebergartenareal am Weiermattring.

Nik Dömer

Das Schrebergartenareal Weiermatt in Brugg ist zurzeit schlecht ausgelastet. Die freie Rasenfläche bietet sich optimal für weitere Gartenbeeten an. Dies brachte den leidenschaftlichen Freizeitgärtner Micha Baumgartner auf die Idee, ein Gemeinschaftsgarten-Projekt auf die Beine zu stellen. Er selber betreibt zwei Schrebergärten in der vierten Saison auf dem Areal. «Viele ältere Personen müssen ihren Garten abgeben, weil sie diesen nicht mehr selber pflegen können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch wieder jüngere Personen, die Gartenerfahrungen sammeln möchten, jedoch keinen grossen Schrebergarten bewirtschaften wollen oder können», erklärt Micha Baumgartner.

Gespräche mit Nachbarschaft

Durch Gespräche mit Quartierbewohnern habe sich ergeben, dass sich viele nicht getrauen, selbst einen Garten anzulegen, oder das Wissen dazu nicht bestehe, so Micha Baumgartner. Aufgrund dieser Rückmeldungen ist im Frühling 2014 die Idee eines Gemeinschaftsgartens in Brugg aufgekommen.

Mithilfe eines Grafikbüros entstand die Homepage für den Gemeinschaftsgarten. Dank der Website konnte man auf die Reaktionen der Bevölkerung eingehen. Zusätzlich kann man sich seit dem Start der Homepage als aktiver oder passiver Unterstützer anmelden, um das Interesse am Projekt zu signalisieren. Mittlerweilen haben sich 85 Unterstützer angemeldet und eine Kerngruppe von zehn Personen gebildet.

Nun haben die Verantwortlichen einen Antrag für den Gemeinschaftsgarten ausgearbeitet und am 20. Oktober beim Stadtrat Brugg eingereicht. Dafür nahmen die Beteiligten zuvor Kontakt mit dem Gemeinschaftsgarten Landhof in Basel auf, der bereits seit 2011 besteht. Ein wichtiges Fazit daraus ist, dass ein Bestehen über längere Zeit nur dann gewähreistet werden kann, wenn die politische Mehrheit die Absichten des Projekts mitträgt. Auch eine klare Aufteilung der Finanzen zwischen der Stadt und den Verantwortlichen müsse gegeben sein.

Weiter hat die Kerngruppe sich mit einem Lehrer in Verbindung gesetzt, der die Gartenarbeit als pädagogisches Element in seinem Unterricht eingebunden hat und damit positive Erfahrungen gemacht hat. Gemäss Baumgartner ist eine solche Zusammenarbeit zusätzlich vorstellbar. Neben dem Areal liegt der Kindergarten Weiermatt. Dieser könnte ebenfalls miteinbezogen werden.

Durch den Antrag an die Stadt Brugg erhofft man sich unter anderem, dass ein definiertes Grundstück am Weiermattring für drei Jahre zur Verfügung gestellt wird. Danach würde mit der Stadt Bilanz gezogen und über den weiteren Verlauf entschieden werden. Weiter sollen Startkapital und jährliches Grundkapital, Geräte, eine Bewilligung für ein Gartenhaus auf dem Areal sowie Wasser auf dem Grundstück zur Verfügung gestellt werden.

Gartenplan erstellt

Aus Überzeugung am Projekt wird dem Gemeinschaftsgarten zurzeit ein Gartenplan von Naef Landschaftsarchitekten GmbH erstellt. Dieser wird dem Stadtrat im November nachgereicht. Für Micha Baumgartner gibt es keinen Plan B: «Unser Ziel ist es, dass wir im Frühling 2015 den Gemeinschaftsgarten anlegen können. Im Falle einer Zusage müsste eine Konkretisierung durch eine Leistungsvereinbarung erstellt und ein Gemeinschaftsgarten Verein gegründet werden», so der Freizeitgärtner.

Hier finden Sie mehr Infos zum Gemeinschaftsgarten Brugg.

Aktuelle Nachrichten