Brugg-Windisch
Auf der Suche nach Wohnraum für 5000 Einwohner

Ein erster Strategie-Entwurf für die Ortsplanungsrevision liegt vor – nun kann die Bevölkerung zu «Raum Brugg Windisch» Stellung nehmen.

Claudia Meier
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Agis

Wo soll Platz für neuen Wohnraum entstehen? Werden die künftigen Generationen auf Grünflächen verzichten müssen? Gibt es in Brugg und Windisch auch bald autofreie Siedlungen wie das Bern der Fall ist und in Baden thematisiert wird? Im Entwurf des neuen Räumlichen Entwicklungsleitbilds (RELB), das seit wenigen Tagen im Rahmen der Ortsplanungsrevision unter dem Titel «Raum Brugg Windisch» vorliegt, lautet ein Grundsatz: «In Abstimmung mit den kantonalen und regionalen Prognosen wird ein gesteigertes Bevölkerungswachstum angestrebt (jährlich 1 Prozent).»

Das bedeutet, dass mit einer Zunahme der Einwohnerzahl in Brugg und Windisch von 2800 Personen bis zum Jahr 2027 respektive von 5000 Personen bis zum Jahr 2037 gerechnet wird. «Wir setzen uns also damit auseinander, wie mehr Einwohner auf dem gleichen Platz leben können, ohne Abstriche bei der Wohnqualität hinnehmen zu müssen», sagt Stefan Zinniker von der Abteilung Planung und Bau der Stadt Brugg. Ein Stichwort lautet Innenverdichtung in Gebieten, die durch den öffentlichen Verkehr gut erschlossen sind.

Ein- und Umzonungen

Zudem ist unter anderem eine massvolle, etappierte Siedlungserweiterung durch Einzonung im Gebiet Winkel (siehe Karte) und allenfalls im Umiker Schachen vorgesehen. Ob der Grüngürtel am Siedlungsrand in Windisch überbaut werden soll, sei Gegenstand von Kontroversen, sagt Rosi Magon, Vizeammann in Windisch. Im Quartier Klosterzelg sei die Umzonung ein Thema, fügt Magon an. Im Brugger Quartier Ägerten gehe die Diskussion in Richtung Umzonung von Gewerbezone in Richtung Wohnzone, führt Stefan Zinniker aus.

Zur Verfügung gestellt

«Es ist wichtig, was in Brugg und Windisch insgesamt läuft. Beim RELB geht es noch nicht um den eigenen Garten, aber um wichtige Weichenstellungen für die nächsten Generationen», betont der Brugger Stadtammann Daniel Moser.

Auf Rückmeldungen angewiesen

Der Entwurf der strategischen Grundsätze im RELB soll am nächsten öffentlichen Forum (siehe separater Text) in der Mülimatt mit der Bevölkerung diskutiert werden (die az berichtete). Dabei geht es neben der Siedlungsentwicklung auch um die Themen Verkehr, Natur, Landschaft und Freiräume sowie um die öffentliche Infrastruktur und Energie.

«Uns ist es ein Anliegen, dass die Bevölkerung und Grundeigentümer diesen Prozess verstehen und sich einbringen. Wir wollen im Leitbild das öffentliche Interesse abbilden und nicht die Ideen der Exekutive», so Moser weiter. An den beiden ersten Foren haben rund 100 Personen aus Brugg und Windisch mitgemacht und jeweils intensiv miteinander diskutiert. Der Stadtammann räumt aber ein, dass man eine höhere Beteiligung erwartet habe. Deshalb seien die Einwohnerräte nochmals angeschrieben worden.

Auch wenn für das ausgearbeitete RELB ab September während 60 Tagen ein schriftliches Mitwirkungsverfahren läuft, lohne es sich, am 3. Forum im Juni teilzunehmen, ist Rosi Magon überzeugt. «So niederschwellig und unkompliziert kann man sich später zu diesem Thema nicht mehr einbringen.»

http://www.raumbruggwindisch.ch/site/index.cfm/id_art/88002