Ciril Grossklaus ist seinem Ziel ganz nah: Ende Mai wird offiziell bekannt, ob der Judoka an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro teilnehmen kann. «Es sieht gut aus», sagt der 24-jährige Brugger. Dank den bisher gezeigten Leistungen und den gesammelten Punkten in der Qualifikation ist die Gefahr sehr gering, dass ihm ein anderer den begehrten Platz noch wegschnappt.

In seiner Kategorie bis 90 Kilogramm zählt Grossklaus heute zur Weltspitze. Von einer Teilnahme an Olympischen Spielen träume er, seit er 13 Jahre alt sei, sagt er. «Das wäre ein absoluter Höhepunkt in meiner bisherigen sportlichen Karriere.»

Im Video zeigt Ciril Grossklaus vier Würfe, unter anderem seinen Lieblingswurf Uchi-Mata. Vor jedem Wurf erklärt der Judoka, wie der Wurf ausgeführt wird, anschliessend demonstriert er mit seinem Sparring-Partner Jonathan Schindler die Wettkampf-Ausführung des Wurfs.

Tai-Otoshi, Uchi-Mata und Ippon-Seoi-Nage: Judo-Würfe mit Ciril Grossklaus

Der Ju-Jitsu & Judo Club Brugg (JJJC), bei dem Ciril Grossklaus Mitglied ist, prägt den Schweizer Judosport seit Jahren. Die Mannschaft hat an der letzten Schweizer Meisterschaft in Murten den 13. Titel errungen, den 9. in Folge. Für den Erfolg gebe es mehrere Gründe, sagt Präsident Beni Simmen. Der Verein sei wie eine Familie, der Zusammenhalt eng, die Hilfsbereitschaft gross. Kurz: Die Mischung stimme. «Das wirkt sich positiv aus», wie er im Video erklärt:

«Wir sind wie eine Familie»

Benjamin Simmen, Präsident Jiu-Jitsu & Judo Club Brugg, über das Erfolgsgeheimnis des Vereins.

Zum Höhenflug des JJJC tragen laut dem Präsidenten Beni Simmen die professionellen Voraussetzungen bei. Zu diesen gehören das Nationale Leistungszentrum für Judo, das in der Mülimatt-Sporthalle in Brugg domiziliert ist, die damit vorhandenen, idealen Trainingsmöglichkeiten sowie die intensive Betreuung. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg habe ebenfalls Daniel Kistler, der nach der Beendigung seiner eigenen Kariere in den 1990er-Jahren begann, den Judo Club zu fördern. Das Wissen des Olympia-Siebten von 1992 habe enorm geholfen, sagt Simmen. Heute würden viele Mitglieder der 1. Mannschaft in die Verantwortung genommen. «Sie leisten hervorragende Arbeit an der Basis und leiten Trainings, geben ihre Erfahrungen direkt weiter. Das ist wichtig, damit wir gesamthaft besser werden.» Profitieren könnten auch die Breitensportler. «Es macht Freude, mit Top-Sportlern zusammenzuarbeiten.»

Unter anderem bewirkten die Erfolge des Judoclubs Brugg, dass 2010 das Nationale Leistungszentrum für Judo von Magglingen nach Brugg verschoben wurde. Im Video erklärt der ehemalige Präsident des NLZ, Daniel Kistler, heute Präsident des Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verbands, die Hintergründe:

«Das Ziel war, immer besser zu werden»

Daniel Kistler, heute Präsident des Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verbands, über das nationale Leistungszentrum.

Wie das Leistungszentrum funktioniert und wer die Köpfe dahinter sind, lesen Sie hier:

CARDS: Nationales Leistungszentrum Brugg

Eine Herausforderung ist es, genügend junge Menschen für den Judosport zu begeistern. Schon früh muss die Nachwuchsförderung beginnen. Was es braucht, damit junge Judoka den Einstieg in den Leistungssport schaffen, weiss Jenny Gal. Die 46-Jährige, Tochter einer amerikanischen Mutter und eines ungarischen Vaters, ist mit dem italienischen Judo-Trainer Giorgio Vismara verheiratet und nahm dreimal – 1992, 1996 (für Holland) und 2000 (für Italien) – an den Olympischen Spielen teil. Jenny Gal hat im vergangenen September die NLZ Academy in Brugg aufgebaut, koordiniert die Aktivitäten und tritt gelegentlich als Trainerin in Aktion.

«Wer hierherkommt, muss wirklich bereit sein, zu leisten»

Jenny Gal, Verantwortliche für die Academy in Brugg und ehemalige Spitzen-Judoka über die Judo-Academy.

Und jetzt sind Sie an der Reihe, liebe Leserinnen und Leser. Testen Sie Ihr Judo-Wissen in unserem Quiz:

Wie gut kennen Sie sich im Judo aus? Zeigen Sie uns den Meister im Quiz!

Judo ist in der Schweiz eine Randsportart. Alle vier Jahre ändert sich das für kurze Zeit. Dann nämlich, wenn die Olympischen Spiele wieder anstehen. Dann gelingt es den Judoka aus unserem Land hin und wieder, auf sich aufmerksam zu machen. Wie viel ist bei Ihnen hängen geblieben? Testen Sie Ihr Wissen im Quiz!

Welcher Schweizer ist der bisher erste und einzige Olympiasieger im Judo?

Sergei Aschwanden

Jürg Röthlisberger

Ciril Grossklaus

In Zürich, Bern, in der Romandie, in St. Gallen und in Basel gibt es Regionale Leistungszentren. Wo aber befindet sich das Nationale Leistungszentrum?

Brugg

Aarau

Baden

Wie oft wurde die 1. Mannschaft der Brugger Judoka Schweizer Meister?

Nie

9-mal

13-mal

Welche Bedeutung hat der japanische Ausdruck Judo?

Der sanfte Weg

Siegen durch Nachgeben

Bestmöglicher Einsatz von Körper und Geist

Wie heissen die Meistergrade beim Judo?

Kyū

Dan

Shodan

Welche Graduierung hat der Begründer des Judo, Kanō Jigorō?

1. Dan

10. Dan

Keine

An der Gürtelfarbe der Judokas erkennt man deren Ausbildungsstand. Doch wie heisst der Gurt korrekt?

Zubon

Uwagi

Obi

Welche Farbe hat der Gurt des 10. Dans?

Schwarz

Blau

Rot

Im Judo gibt es drei verschiedene Wertungen. Wie heisst die höchste Wertung?

Ippon

Waza-ari

Yuko

Bronze!

Nicht schlecht, aber vielleicht sollten Sie noch ein paar Nachhilfestunden bei einem Judoka nehmen.

Silber!

Ganz an die Spitze reicht es noch nicht. Mit etwas mehr Training kriegen Sie aber auch das hin.

Gold!

Sie sind ein Meister Ihres Fachs. Herzliche Gratulation. Aber denken Sie daran: Ein echter Sportler ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus.