Windisch
Auf der Jurastrasse wirken die Grüninseln gegen die Schnellfahrer

Neuer Anlauf in Windisch: Die Jurastrasse Süd soll für 1,015 Mio. Franken saniert und mit einer Strassenentwässerung versehen werden. Überdies soll sie verkehrsberuhigend gestaltet werden – und für den Schleichverkehr in Zukunft wenig attraktiv sein.

Michael Hunziker
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Die Sanierung der Jurastrasse hat im Einwohnerrat für Diskussionen gesorgt.

Die Sanierung der Jurastrasse hat im Einwohnerrat für Diskussionen gesorgt.

Claudia Meier

Derzeit ist er zwar kein Thema, aber: Der nächste – starke – Regen kommt bestimmt. Weil auf der Jurastrasse in Windisch keine Strassenentwässerung vorhanden ist, fliesst das Wasser über die angrenzenden, privaten Parzellen ab.

Dieser Umstand stellt laut Gemeinderat eine Rechtswidrigkeit dar und führt immer wieder zu Reklamationen der Grundstückeigentümer. Deshalb soll die Jurastrasse Süd samt den Werkleitungen saniert und mit einer «technisch konformen Strassenentwässerung» ausgestattet werden. Zusätzlich empfiehlt der Gemeinderat verkehrsberuhigende Massnahmen, denn: «Ziel ist es nicht nur die Werke zu erneuern, sondern die Strasse so zu gestalten, dass sie einerseits eine Quartierstrasse, andererseits wenig attraktiv wird für den Schleichverkehr».

Am Mittwoch, 26. März, entscheidet der Einwohnerrat über einen Kredit von 1,015 Mio. Franken. Für die Strassenentwässerung sind Beiträge von Privaten in der Höhe von 46 000 Franken zu erwarten.

2012 Kredit abgelehnt

Rückblick: Die Sanierung der Jurastrasse Süd ist schon seit Jahren ein Thema in Windisch. Im Juni 2012 lehnte der Einwohnerrat den Kredit von 1,015 Mio. Franken für das Bauvorhaben mit 15 zu 18 Stimmen knapp ab. Der Gemeinderat reagierte und liess ein neues Projekt ausarbeiten. Für den Kostenvergleich wurden zusätzliche Varianten für den Einbau von Grüninseln – analog der Jurastrasse Nord zwischen Bergstrasse und Moosrain – erstellt. Dies vor dem Hintergrund, weil gemäss den Anstössern «zu viel Schleichverkehr zu schnell durch die Strasse fährt». Die Anwohner wünschten sich deshalb eine verkehrsberuhigte Strasse, «die nur für Zubringer offen ist», so der Gemeinderat. Die Jurastrasse werde in den Verkehrsspitzenzeiten als Umfahrung missbraucht.

Mit der neuen Gestaltung werden die Verkehrsteilnehmer durch ein Eingangstor geführt. «Dieses Tor, eine 3,2 Meter breite Durchfahrt, beidseitig mit Bäumen bepflanzt, ist zu schmal, als dass sich zwei Autos kreuzen könnten», führt der Gemeinderat aus. Die Autofahrer seien gezwungen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und seitlich anzustehen.

Trampelpfade für Fussgänger

Vorgesehen sind die verkehrsberuhigenden Stellen auf der 7 bis 7,5 Meter breiten Strasse in regelmässigen Abständen. «Ihre Präsenz wird doppelt wirken, erstens über die Bepflanzung, zweitens über die lineare Markierung auf dem Boden», ist der Gemeinderat überzeugt. «Dies und die Tatsache, dass keine eigentliche Fahrbahn markiert wird, helfen die Geschwindigkeit der Autofahrer tief zu halten.» Und weiter: «Die Gestaltung zeigt allen Verkehrsteilnehmern, seien es Fussgänger, Velofahrer oder Autofahrer, dass sie gleichberechtigt sind; eine klare Massnahme, den motorisierten Verkehr zu entschleunigen.» Für Fussgänger sowie Personen mit Kinderwagen und Kleinkindern sind Trampelpfade in den Baumrabatten vorgesehen.

Zur Ableitung des Strassenwassers sind sechs neue Einlaufschächte mit den zugehörigen Entwässerungsleitungen geplant. Überdies erhält die Jurastrasse eine komplett neue Beleuchtung mit Kandelabern von 5 Meter Höhe. Die öffentliche Kanalisation – die den heutigen Anforderungen nicht genügt – wird erneuert und ab der bestehenden Wasserleitung Chapfstrasse bis zum Schieberschacht beim Moosrain wird überdies eine neue Wasserleitung verlegt. Vorgesehen ist weiter ein neuer Rohrblock für die Elektrizitätsversorgung.

Stimmt der Einwohnerrat den Kredit zu, kann die Auflage des Baugesuchs im Mai/Juni dieses Jahres erfolgen, die Realisierung ab Frühling 2015.

Einwohnerrat Windisch Mittwoch, 26. März, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.

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