Der Duft des frisch gebackenen Brots erfüllt den Raum. Zopf, Laugenbrötchen, Speckbrote und «Schoggimüsli» liegen warm bereit. In den Augen der Kinder funkelt es. «So viel Brot reicht unserer Familie ja für zwei Wochen», freut sich der elfjährige Timofey.

In Rüfenach konnten fünf motivierte Kinder zwischen 7 und 11 Jahren ihr eigenes Brot backen. Petra Schwarz, die ihr «Hoflädeli» mit frischen Produkten betreibt, betreute die Kinder einen ganzen Nachmittag lang. Organisiert wurde der Nachmittag vom «Ferienpass Brugg». Über 50 Kurse werden den Kindern im Alter von 4 bis 16 Jahren in den Frühlingsferien angeboten. Statt langweiliges Herumlungern auf dem Sofa kommen die Kinder dank abwechslungsreichen Unterhaltungsprogrammen voll auf ihre Kosten. Vom Besuch bei der Feuerwehr über einen Nachmittag mit Huskys bis hin zum Schnupperklettern in einem Kraftreaktor ist alles dabei.

Auf den Spuren des Bäckers

Beim Brotbacken lernen die Kinder neben den Backtechniken auch, was in einem Teig enthalten ist. Die Kinder, anfangs noch etwas scheu, kommen immer mehr aus sich heraus und haben innovative Ideen. «Ich möchte ein viereckiges Brot machen», hört man vom kleinen Georgiy in der Backstube. Petra Schwarz leitet den Kurs bereits seit 19 Jahren. Daher weiss sie auch viel über das Backen: «Ich stehe jeweils am Samstag um 2 Uhr nachts auf und mache für meinen Laden um die 100 Butterzöpfe. Da bleibt nicht viel Schlaf.»

Ferienpass Brugg: Brot backen mit den Profis

Rüfenach: Brot backen mit den Profis.

Die Technik dazu zeigt sie auch den Kindern. Fasziniert schauen diese dann in den Ofen, als Schwarz ihnen die leuchtende Glut ihres Holzofens zeigt. Nach dem Kneten der Teige geht es ans Verzieren. Den «Igeli» werden Zacken gemacht, den «Müsli» die Rosinen-Augen eingesetzt und die Baguettes werden mit zusätzlichem Mehl bestreut. «Lug es schneit!», sagt die kleine Chelsea, die offensichtlich entzückt ist vom Mechanismus einer Streudose.

Am Ende des Nachmittags holen die Mütter die mit stolzem Blick wartenden Kinder ab. Ein gelungener Tag für alle Beteiligten – auch für die hungrigen Mäuler zu Hause.

Das Ferienpass-Team, eine Tochterorganisation von Pro Juventute, gibt es schon seit Jahren. In ehrenamtlicher Tätigkeit organisiert der Verein die Kurse, die hauptsächlich von motivierten Familien, Gewerbetreibenden und engagierten Privatpersonen aus der Umgebung angeboten werden. Anita Amstad, wohnhaft in Scherz, bietet den Kurs «Ein Nachmittag mit Alpakas» an.

Ein Abenteuer mit Tieren

Seit rund sieben Jahren hat Amstad Alpakas. «Ich liebe sie einfach. Sie sind friedlich und haben einen schöneren Kopf als Lamas. Ausserdem spucken sie nur ganz selten», sagt die Scherzerin. Tatsächlich sind die vier Wiederkäuer friedlich und folgen den Kindern. Die acht Primarschüler haben eine ganze Auswahl an Tieren zur Verfügung, die sie beim Spaziergang mitführen können. «Ich will ein Pony!» «Ich nehme den kleinen wuscheligen Hund.» «Das Alpaka will ich an der Leine führen!»

Ferienpass Brugg: Vom Alpaka-Spaziergang zur Alpaka-Wolle

Scherz: Vom Alpaka-Spaziergang zur Alpaka-Wolle.

22 Tiere hat Amstad. In der Scheune, im Garten und auch im Haus leben die Vierbeiner. «Sogar die Alpakas kommen im Sommer ins Haus, wenn es ihnen zu heiss wird», sagt sie. Auf einem eineinhalb stündigen Spaziergang wechseln die Kinder immer wieder zwischen den Tieren ab. Die Szene gleicht einem Zirkus auf Wanderschaft. Die Freude der Beteiligten ist nicht zu übersehen. Sie streicheln die Tiere, reden einfühlsam mit ihnen und machen ein Wettrennen mit den Ponys, die den Ausritt ebenfalls zu geniessen scheinen.

Die vier Alpakas bleiben stets zusammen. Die friedlichen Tiere können aber auch bocken. Bleibt ein Alpaka stehen, machen es ihm die anderen drei nach. Um die sturen Felltiere wieder vorwärtszubringen, muss man auch mal kräftiger an der Leine ziehen. Hier zeigen sich Unterschiede. «Einige Kinder ziehen nie an der Leine, weil sie Angst haben. Dabei muss man dem Tier auf eine sanfte Art zeigen, dass man auch etwas ist. Das hat eine pädagogische Wirkung. Die Kinder lernen so, dass auch sie ein Lebewesen sind und dem Tier auf eine nette Art und Weise den Ton angeben können», sagt Amstad.

Nach dem Ausflug erklärt die Tierliebhaberin, wie sie aus dem Fell jeweils Stoff herstellt. Zum Schluss kriegen die Kinder dann alle noch etwas Fell. So gehen sie mit Freude und tierischen Erinnerungen nach Hause.