Effingen
Auf der Dorfstrasse flogen beim traditionellen Eierleset die Fetzen

Mit Inbrunst kämpfte der Winter in Effingen gegen den Frühling. Am Schluss hatte er keine Chance – zum Glück!

Samuel Frey
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Michel Küchler ist der Läufer für den Frühling
23 Bilder
Vor dem Kampf begrüssen die Kämpfer das Publikum
manchmal sorgt der neutrale Polizischt für eine Kampfunterbrechung
Vor dem Kapmf sind ist von der Feindschaft zwischen den Grünen und den Dürren nichts zu spüren
Manchmal bracht es eine Jasspause
Die Dürren schenken den Grünen keine Jasspause
Der Straumuni wird gestopft
Der Straumuni wird mit der Schubkarre abgeholt
Die Dürren kämpfen mit den Grünen
Die Braut kann sich wehern
Der Straumuni kann von selbst nicht wieder aufstehen
Der Straumuni ist gestopft mit Stroh
Der Stechpälmer muss zugenäht werden
Der Schnäggehüsler kämpft für den Winter
Der Jasschärtler nutzt die Schwächen des Strohmunis aus
Der Läufer muss 160 rohe Eier einsammeln
Der Läufer, der Eierpfarrer und der Winter laufen gemeinsam ein
Der Hüehnermaa freut sich auf den Kampf
Der Jasschärtler klettert hochhinaus
Beim Kampf geht alles drunter und drüber
Der Hobelspänler greift an wie eine Lawine
Der Hobelspänler verliert viele Hobelspäne im Kampf

Michel Küchler ist der Läufer für den Frühling

Samuel Frey

Der Kampf begann mit lautem Geschrei. Auf der Dorfstrasse unter Tannenkränzen versuchen die «Grünen» die «Dürren» zu besiegen. Währenddessen reitet der Winter auf einem Pferd die Nachbargemeinden ab, wo er in jedem Restaurant einkehren muss. Der Läufer für den Frühling – Michel Küchler, ein Mitglied des Turnvereins – sammelt inzwischen auf der Dorfstrasse 160 rohe Eier auf einer Strecke von 80 Metern ein. Nur wenn alle Eier in der «Spreuwanne» liegen, bevor der Winter wieder zurück ist, kann es Frühling werden. «Wir sorgen natürlich dafür, dass es jedes Mal Frühling wird», sagt Mathias Pfister, Präsident des OKs des Effinger Eierleset.

«Seit zwei Monaten laufen die Vorbereitungen», sagt Pfister. Die Masken für die «Grünen» und die «Dürren» sind aufwendig: Bei den «Grünen» gibt es etwa den «Stechpälmer» oder den «Tannästler», die von Kopf bis Fuss mit Zweigen bedeckt sind. Die «Dürren» stehen in diesem Punkt ihren Feinden in nichts nach: Das Kostüm des «Hobelspänlers» etwa ist aus Bündeln von Hobelspänen gemacht.

Abgeschlossen wird der Eierleset mit der Eierpredigt. Bei der Rede verteilt der Eierpfarrer Seitenhiebe gegen alles, was in den letzten zwei Jahren im Dorf und in der Welt passiert ist. Dass es im Dorf kein Restaurant mehr gibt, wurde darin angesprochen, «aber auch der Gemeindeschreiber gibt immer gute Verse her», so Pfister.

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