Brugg-Windisch
Auf den Spuren der Römer: BBC filmt in Vindonissa

Ein Britisches Fernsehteam auf römischen Spuren: 1913 war der englische Reiseführer «Bradshaw’s Continental Guide» dem Reiseland Schweiz gewidmet. Rund 100 Jahre später wiederholt der Fernsehsender BBC diese Reise und zeigt die Entwicklungen.

Edgar Zimmermann
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Interview in der aktuellen Ausgrabung im Dorfzentrum; im Hintergrund Jürgen Trumm, im rosafarbenen Hemd BBC-Moderator Michael Portillo, rechts Grabungsleiter Matthias Flück. Renate Rechmann

Interview in der aktuellen Ausgrabung im Dorfzentrum; im Hintergrund Jürgen Trumm, im rosafarbenen Hemd BBC-Moderator Michael Portillo, rechts Grabungsleiter Matthias Flück. Renate Rechmann

Über römisch Brugg-Windisch fand sich in der damaligen Publikation lediglich die Bemerkung, dass es «wenig zu sehen gibt ausser dem Amphitheater und dem neuen Vindonissa-Museum».

Der BBC-Redaktion wurde nach Anfrage bei Brugg Regio der Kontakt zur Kantonsarchäologie vermittelt. An zwei Tagen rückte nun ein 7 Personen fassendes Fernsehteam an und machte, informiert und begleitet von Jürgen Trumm (Leiter Ausgrabungen Vindonissa) und Matthias Flück (Grabungsleiter Dorfzentrum), umfangreiche Aufnahmen.

Das Team wurde angeführt von Sendeleiter und Moderator Michael Portillo, einem früheren Politiker. Er gehörte von 1986 bis 1997 der englischen Regierung an als Verkehrsminister, dann Arbeitsminister und in den letzten zwei Jahren als Verteidigungsminister. Nach der politischen Karriere wechselte er zum Fernsehen.

Neue archäologische Entdeckungen in Windisch
4 Bilder
Grabung Windisch: West-Ost-Schitt durch einen Aquaeduktpfeiler
Grabung Windisch: Grabungs- und Dokumentationsarbeiten zwischen Aquaeduktpfeilern und römischer Strasse.
Grabung Windisch: Römische Würfel aus Knochen geschnitzt. Der Würfel rechts ist ein Halbfabrikat, hier fehlen noch die Kreisaugen.

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Kantonsarchäologie Aargau

Was er in Brugg-Windisch zu sehen bekam, begeisterte ihn restlos: Keine Spur mehr von «wenig zu sehen», im Gegenteil, heute präsentieren sich auf dem Legionärspfad eine Fülle attraktiver Stätten. Portillo wollte mitverfolgen, wie die heutigen Archäologen ans Werk gehen. Deshalb wohnte die Equipe den Ausgrabungen im Dorfzentrum bei, wo neben dem ehemaligen Aquädukt eine römische Vorratsgrube aus der Mitte des 1. Jh. untersucht wird; dabei kamen unter anderem Keramik- und Metallobjekte zum Vorschein.

Der Moderator legte sogar selber Hand an bei den Ausgrabungen, er interessierte sich aber auch für die Anfänge der Erforschung Vindonissas und die heutige Bedeutung der Archäologie. Ein Besuch galt sodann dem neu sanierten Vindonissa-Museum. Unverhofft kommt Vindonissa somit zu prominenter Werbung in England.

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