Windisch

Auf dem Legionärspfad Vindonissa wird geschröpft und geheilt

Legionärspfad in Vindonissa (Archiv)

Legionärspfad in Vindonissa (Archiv)

Der Legionärspfad Vindonissa in Windisch ermöglicht ab 28. März wieder einen Blick ins Leben römischer Soldaten. Als besondere Attraktionen stehen dieses Jahr der Aufbau eines Lazaretts und ein neu inszeniertes Stück Wasserleitung auf dem Programm.

Bereits am Ostermontag, 1. April, können die Besucher am Alltagsleben der Soldaten teilhaben und deren Dienst- und Freizeitgestaltung hautnah miterleben.

Im Legionslager vor 2000 Jahren war der Besuch eines Gladiatorenkampfs sehr beliebt und brachte Abwechslung vom täglichen Drill.

Zum Alltag gehörte aber auch die ständige Instandhaltung der Unterkünfte und der Ausrüstung. Mit seinem Sold konnte sich ein Legionär manchmal sogar auch ein üppigeres Mahl in der Taverne leisten.

An der Veranstaltung vom Ostermontag können die Besucher nicht nur beim Drill und der Legionärsausbildung mitmachen, sondern auch die Unterkünfte und die Mahlzeiten der Legionäre ausprobieren. Und als Höhepunkt des Tages findet ein Gladiatorenkampf statt.

Das erste Spital der Schweiz entstand vor 2000 Jahren im Legionslager Vindonissa. Der Spitalbau zählte 60 Krankenzimmer, in denen die Legionsärzte bis zu 300 kranke und verletzte Legionäre behandeln konnten.

Auf der Basis der archäologischen Ausgrabungen des ehemaligen Spitals wird als 10. Station des Legionärspfads ein mobiles Feldlazarett mit Behandlungs- und Krankenzelt rekonstruiert.

Diese neue Station soll mit einer Spiel-Tour für Familien und Schulklassen sowie einem thematischen Rundgang für Erwachsene in den Legionärspfad eingebunden werden.

Besucher erfahren, wie die Ärzte operiert, geschröpft und geheilt haben und wie fortschrittlich der erste Sanitätsdienst der Weltgeschichte organisiert war.

Die Reise durch die Medizingeschichte geht weiter mit dem Besuch des mittelalterlichen Klostergartens in Königsfelden.

Die Mönche und Nonnen haben mehr als 1000 Jahre später am gleichen Ort das Wissen der antiken Heilkunde für die Krankenpflege genutzt. Die Eröffnung der Station Lazarett findet am 15. Juni statt.

Ein wichtiges Element der Spiel-Tour «Werdet Römer!» ist die einzige noch intakte römische Wasserleitung nördlich der Alpen. Diese war bis anhin im Untergeschoss des Alters- und Pflegeheims Sanavita AG in einer Station zugänglich.

Da nun die Alterssiedlung abgebrochen wird, kann dieses Stück der Wasserleitung nicht mehr besichtigt werden. Nun steht den Besucherinnen und Besuchern des Legionärspfads ein anderer Teil der Wasserleitung, der unter einem Wohnhaus gefunden wurde, zur Verfügung.

Archäologen fanden nur wenige Zentimeter unter dem Stubenboden den 2000 Jahre alten Kanal im Originalzustand. Rund fünf Meter der Leitung werden über zwei Brücken begehbar sein. Eine Inszenierung mit Lichtspielen macht die Station zur zusätzlichen Attraktion.

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