Auenstein

Auenstein nahm die Insel ein

Mit Schirmen über die Brücke

Mit Schirmen über die Brücke

Die Freude über die Schloss-Inseli-Brücke war nicht immer so gross wie bei der Einweihungsfeier für die Bevölkerung.

Beim offiziellen Einweihungsfest der Brücke Schloss-Inseli, welche Auenstein mit dem Auenschutzpark und Rupperswil verbindet, hat der Kanton die Brücke an die Gemeinde übergeben. Doch Gemeindeammann Christoph Wasser wollte noch eine zweite Einweihungsfeier, speziell für die Bevölkerung. Bei seiner Ansprache sagte Wasser: «Überall, wo ich nachfrage, erhalte ich nicht nur wohlwollende, sondern begeisterte Reaktionen.» Die Bevölkerung ist stolz auf ihre Brücke. Symbolisch überquerten die für die Witterungsbedingungen zahlreich anwesenden Auensteiner diese, bevor Brückenbauingenieur Jürg Conzett aus Chur das Wort ergriff. «Für den Bau waren zwei Voraussetzungen massgebend. Die Brücke muss erstens ohne Pfei-ler auskommen, damit der Flusslauf nicht gestört wird. Zweitens sollte es keine Hängebrücke sein, weil die gespannten Kabel die Wasservögel verletzen können.» So verläuft jetzt quer über der Aare eine so genannte Spannbandbrücke, die ihre bautechnischen Vorbilder im fernöstlichen Mittelalter findet.

«Die Bevölkerung hat einen mutigen Schritt getan, um die Insel und damit die dynamische Flussaue für die Gemeinde direkt zugänglich zu machen», meinte Christoph Wasser. «Wir sagen immer, wir realisieren solche Projekte für die Natur. Aber am Ende sind wir es, die von der Natur profitieren können.»

Die Begeisterung in der Bevölkerung war allerdings nicht immer so gross wie an diesem regnerischen Sonntag. Da die Auensteinerbrücke ursprünglich nicht Teil des Projektes für eine dynamische Flussaue war und erst auf Nachfrage darin integriert wurde, musste die Gemeinde rund ein Drittel der Kosten selbst tragen. Dies hat für einigen Diskussionsstoff im Dorf geführt. «Das bedeutet zwar, dass wir nun die offiziellen Eigentümer der Brücke sind. Dafür müssen wir auch für den Unterhalt selbst aufkommen», erklärte Christoph Wasser.

Dass die Freude schon jetzt alle vergangenen finanziellen Querelen überwiegt, bestätigten alle Einwohner, die man spontan ansprach. Und so passte auch das Musikstück der Guggenmusik Schpriesse-Riiser Aueschtei wunderbar zu dieser veränderten Einstellung gegenüber der neuen Brücke. «‹Can’t help falling in love› – ich kann mir nicht helfen, ich verliebe mich immer mehr.»

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