«Dieser Bunker gehört hierhin - er ist ein militärischer Zeitzeuge», erklärt Stabsadjutant Adrian Gerwer, vor eben diesem Zeitzeugen, dem Bunker auf der Landspitze bei der Einmündung der Reuss in die Aare.

Dieser Zeitzeuge ist in den vergangenen Monaten durch Angehörige des Dienstzuges der Brugger Genie-Rekrutenschule wieder auf Vordermann gebracht worden. Jetzt hat sich, wie Adrian Gerwer feststellt, eine «bunt zusammengewürfelte Gesellschaft» zur zünftigen Einweihung des renovierten Bauwerkes eingefunden. Herantransportiert worden sind die Politiker, Militärs, Verwaltungsleute und Militärhistoriker stilgerecht per Übersetzboot.

«71 Jahre nach seiner Erstellung ist der Bunker, an einem der schönsten Plätze der Schweiz, im Wasserschloss, wieder ins Zentrum des Interesses gerückt», freut sich Adrian Gerwer. «Bei der Planung der Ausbaggerung einer Schifffahrtsrinne in der Aare hat man zwar gefunden, dass dieses Bauwerk nicht mehr hierher gehöre. Und wenn schon ein 100-Tonnen-Bagger vor Ort sei, könne man auch gleich diesen Bunker abbrechen.»

Der Bunker sollte dann aber - in Grossrat Titus Meier, Jürg Lüdi von der Armasuisse und in Adrian Gerwer - Fürsprecher finden. Adrian Gerwer an der Einweihung: «Der Bau des Bunkers hat seinerzeit rund 76 000 Franken gekostet. Für den Rückbau wären rund 60 000 Franken erforderlich gewesen. Das allein war schon Grund genug, den Bunker stehen zu lassen.»

Witterungsbedingt, so Adrian Gerwer, habe sich die Restaurierung allerdings etwas hinausgezogen. Auch sei es nicht einfach gewesen, den richtigen Anstrich zu finden. «Sozusagen auf die Welt gekommen sind wir aber im unteren Geschoss», stellt er fest.

«Der Raum war mit Schlamm, Wasser und Dreck gefüllt. Daniel Aebi, der Kommandant der Feuerwehr Birmenstorf-Mülligen, und seine Leute haben uns aber im Rahmen einer Pumpenübung geholfen.»

«Wichtiger Stellenwert»

Waffen und Ausrüstung würden sich im Laufe der Zeit wandeln, gibt der Historiker und Grossrat Titus Meier (Brugg) zu bedenken. Die militärtopografischen Gegebenheiten aber würden bleiben. «Dieser Ort war schon vor 2000 Jahren von militärischer Bedeutung», sagt er und schlägt den Bogen von der Römerzeit, über die Habsburger und die Koalitionskriege bis in die Neuzeit zum Armeebefehl No. 2 von General Guisan und damit zur Befestigung der Nordgrenze der Schweiz beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

«Der Bunker bei der Reussmündung ist durch die Baufirma Locher erstellt worden, und er war am 10. Juli 1940 fertig», erklärt Titus Meier. «Die Besatzung umfasste 12 Mann, für die im Untergeschoss 9 Schlafplätze zur Verfügung standen. Bewaffnet war der Bunker mit zwei Maschinengewehren. Wann die Anlage deklassiert worden ist, lässt sich nicht mehr eruieren. Sie ist aber im Inventar der militärischen Denkmäler im Kanton Aargau als integrales Element einer Sperrstelle von nationaler Bedeutung aufgeführt. Und sie hat einen wichtigen Stellenwert.» Das, so Titus Meier, hätte ihn schliesslich auch zu einem Vorstoss im Grossen Rat bewogen.

«Militärische Bedeutung steigt»

«Windisch kommt langsam eine wichtige militärische Bedeutung zu», stellt der Windischer Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler fest. Er erinnert ans Legionslager und ans Rekrutierungszentrum und sagt: «Jetzt besitzt Windisch erstmals auch einen Bunker. Ich bin stolz.» Und mit der Entgegennahme des symbolischen Schlüssels nimmt er, gemeinsam mit Einwohnerratspräsident Christoph Häfeli, den Bunker für Windisch in Besitz.