Am 1. Januar 2018 schliessen sich im Eigenamt Lupfig und Scherz zur Gemeinde Lupfig zusammen. Die zuständige Arbeitsgruppe nannte die Fusion an einem Infoabend im Januar 2016 unter anderem als Chance, um künftig eine Verbindung Lupfig–Scherz mit dem öffentlichen Verkehr zu realisieren. Ein solches Angebot fehlt nämlich heute, weil der Bus via Habsburg nur bis Scherz fährt und Lupfig mit dem Bus nach Birr erschlossen ist. Wie steht es nun wenige Monate vor der Fusion um ein neues Busangebot zwischen den beiden künftigen Ortsteilen?

Gemeindeammann Hans Vogel aus Scherz sagt: «Es war uns wichtig, im Vorfeld des Zusammenschlusses eine Busverbindung zu prüfen.» Festzuhalten sei allerdings auch, dass ein solches öV-Angebot für die – vor allem älteren – Scherzer, die beispielsweise künftig das Gemeindehaus in Lupfig aufsuchen müssen, dringender sei als etwa für die Lupfiger. So habe man auch vor der oben erwähnten Infoveranstaltung vor eineinhalb Jahren den Scherzern einen Fahrdienst nach Lupfig angeboten. «Allerdings meldete sich niemand. Mitfahrgelegenheiten wurden selbstständig organisiert», fährt Vogel fort.

Probleme: Frequenz und Kosten

Abklärungen beim Kanton und bei Postauto Schweiz hätten gezeigt, dass die nötige Passagierfrequenz für eine zusätzliche Busverbindung im Stundentakt nicht gegeben sei, sagt der Scherzer Ammann. Und ein Zwei-Stunden-Takt mache in diesem Fall keinen Sinn. «Wenn ein Scherzer auf der Verwaltung etwas erledigen muss, will er nicht zwei Stunden in Lupfig bleiben», so Vogel. Aus diesen sowie Kostengründen lehnten der Kanton und Postauto Schweiz den Ausbau des Busangebots ab, erklärt der Ammann und betont: «Wir bedauern es sehr, dass wir noch keine passende Lösung gefunden haben.» Die Steuerungsgruppe, die den Zusammenschluss vorbereitet, habe interveniert. Um die Gemeinden in der Peripherie generell untereinander besser mit dem öV zu verbinden, braucht es gemäss Vogel und Ammann Richard Plüss aus Lupfig ein neues Buskonzept. Dass alle Busverbindungen derzeit sternförmig zum Bahnhof Brugg führen, sei nicht für alle ideal.

Das Thema Busverbindung werde bis zum definitiven Gemeindezusammenschluss ad acta gelegt, so Vogel weiter. Aktuell sei die Steuerungsgruppe noch intensiv mit den Vorbereitungen und dem Bereinigen sämtlicher Reglemente beschäftigt. Vom Tisch ist das Bus-Anliegen aber nicht. Der neu gewählte Gemeinderat, so der Plan, soll das Thema im nächsten Jahr wieder aufnehmen und nach einer kreativen Lösung suchen. Vielleicht lasse sich ja auch mit einem privaten Fahrdienst ein neues Angebot realisieren, sagt Vogel.