Der Brugger Stadtrat will vorwärtsmachen mit dem Projekt «Vorstadt und Baslerstich». Nächste Woche entscheidet der Einwohnerrat über die Kredite für die Sanierung und den Ausbau.

Mehrere Anwohner, die sich zur IG Baslerstich zusammengeschlossen haben, begrüssen die geplante Gestaltung des Strassenraums. Zu dieser gehört unter anderem auch ein Trottoir in Richtung Herrenmatt oder ein Radstreifen bergaufwärts. Das Vorhaben, zeigt sich die Gruppierung bei einem Augenschein überzeugt, sei sorgfältig und mit Bedacht ausgearbeitet worden – auch wenn, das wird ebenfalls nicht verschwiegen, der Verlust der prägenden Mauern und vor allem der mächtigen, schattenspendenden Buche bedauert wird.

Aufwertung fast zum Nulltarif

Gleichzeitig steht für die IG Baslerstich fest: Das Tüpfelchen aufs i gesetzt werden könnte mit der Einführung von Tempo 30 auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung Remigersteig und der Einmündung Ländistrasse. Denn mit dieser Massnahme, so die Anwohnergruppe, würde das Projekt mit seiner hohen Investition noch attraktiver. Diese Aufwertung – mit der nötigen Beschilderung – könnte zudem ohne grossen Aufwand umgesetzt werden.

Anders gesagt: Mit der Einführung einer Tempo-30-Zone erfahre das ambitiöse Vorhaben jenen einfachen und pragmatischen Mehrwert, den es verdiene – für den Langsamverkehr, für den öffentlichen Verkehr sowie für den motorisierten Individualverkehr.

Mit Tempo 30, fährt die IG Baslerstich fort, werde der Weg für den motorisierten Verkehr um drei bis vier Sekunden verlängert zwischen der Einmündung Remigersteig und Vorstadt, «was dem Ziel des Projekts, nämlich den Verkehr zu verflüssigen und zu entschleunigen, voll und ganz entspricht». Diverse Bundesgerichtsentscheide bestätigen laut der Gruppierung überdies, dass auch auf bestimmten Hauptstrassen Tempo 30 «inzwischen vernünftiger Standard ist».

Kurz: Für die immer zahlreicheren Menschen entlang der Baslerstrasse bedeute Tempo 30 auf diesem kurzen Abschnitt einen Rückgewinn an Lebensqualität und einen sicheren Werterhalt für ihre Liegenschaften. Die IG Baslerstich erwähnt einerseits die geringere Lärmbelastung. Denn gegen den Motorenlärm rund um die Uhr sowie die Erschütterungen des Schwerverkehrs werde auch der vorgesehene Flüsterbelag nicht viel ausrichten können. Lärmmässig bedeute es einen relevanten Unterschied, ob bergwärts auf 50 km/h oder 30 km/h beschleunigt werde.

Es wird schnell ungemütlich

Andererseits weist die IG Baslerstich auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit hin – für die querenden Fussgänger sowie für die Velofahrer aus Richtung Umiken, die beim Abbiegen in die Herrenmatt/Schützenmatt ungeschützt auf der Strasse anhalten müssen. Beim hohen Verkehrsaufkommen und den engen Platzverhältnissen komme es immer wieder zu brenzligen Situationen. «Für die Fussgänger und Velofahrer – unter ihnen viele Schülerinnen und Schüler – kann es schnell ungemütlich werden.»

Weiter spricht die Gruppierung die vielen bestehenden Zu- und Ausfahrten mit äusserst eingeschränkter Übersichtlichkeit an sowie die halbstündlichen Rückstaus, wenn die Postautos an der Haltestelle warten – was bei Tempo 50 Auffahrunfälle geradezu provoziere. Bei Tempo 30 dagegen sei der Bremsweg um rund die Hälfte reduziert.

Mit Tempo 30 werde das Projekt seine Qualitäten erst vollumfänglich entfalten können, fasst die IG Baslerstich zusammen. Auch bestehe nicht die Gefahr, dass dieses Vorhaben durch Einsprachen verzögert werde – was ausdrücklich nicht im Sinne der IG Baslerstich sei. Die Anwohnergruppe hofft nun, dass eine Diskussion lanciert werden kann, in der ihre Überlegungen aufgenommen werden. «Wir verstehen unseren Vorschlag als Denkanstoss», sagt Angela Herrigel von der IG Baslerstich. «Wir sind gespannt auf die Reaktionen.»

Kontaktiert werden kann die IG Baslerstich per E-Mail: ig.baslerstich@gmx.ch.