Bözberg

Atommüll: Bohrplatz der Nagra nimmt Form an

Die Leitungsrohre sind verlegt. B

Bis Ende November soll der Bohrplatz fertiggestellt sein. Mit den Bohrungen wird wahrscheinlich im Frühjahr 2020 begonnen.

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat im August mit dem Bau des Bohrplatzes Bözberg 1 begonnen. Dieser befindet sich «Im Grabe» beim Ortsteil Ursprung – nicht weit vom Restaurant Vierlinden entfernt.

Aktuell werden auf dem Land zwischen der Passstrasse und dem Bohrplatz Leitungen für Wasser, Strom und Abwasser verlegt. In den nächsten zwei Wochen wird die Bözbergstrasse laut Nagra für die Fortsetzung des Leitungsbaus unterbohrt.

Die Hauptverkehrsachse muss daher nicht aufgerissen werden. «Hingegen wird eine Nebenstrasse während zweier Tage aufgerissen für eine Stromleitung. Das geschieht auch in den nächsten zwei Wochen», ergänzt Nagra-Sprecher Patrick Studer.

Beim geplanten Bohrplatz ist der Humus abgetragen. Der Platz ist planiert und der Sand- und Schotterkoffer ist bereits erstellt. Als Nächstes wird kommende Woche auf dem Platz das sogenannte Standrohr gebohrt und eingebaut.

Dieses reicht rund 40 Meter in die Tiefe. «Das eigentliche Bohrgerät muss dann erst ab einer Tiefe von 40 Metern anfangen zu bohren», fährt Patrick Studer fort.

Ende November soll der Bohrplatz fertig gebaut sein

Anschliessend werde der sogenannte Bohrkeller gebaut, auf dem das Bohrgerät stehen wird. In einem weiteren Arbeitsschritt wird der ganze Platz versiegelt respektive asphaltiert. «Der Belag sieht dann aus wie auf einem normalen Parkplatz», so der Nagra-Sprecher.

Bis Ende November wird der Bau des Bohrplatzes abgeschlossen sein. Der Bohrstart ist voraussichtlich im Frühjahr 2020. Das Bohrgerät, das nach wie vor für die Sondierbohrung in Trüllikon im Standortgebiet Zürich Nordost im Einsatz ist, wird nicht vor Februar 2020 auf den Bözberg kommen.

Rund 15 Millionen Franken kostet eine Tiefbohrung, wie sie auf dem Bözberg durchgeführt wird. Über die kostenlose Hotline (0800 437 333), die rund um die Uhr in Betrieb ist, sind laut der Nagra bisher keine Anfragen zur Bohrung in Bözberg eingegangen.

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