Brugg-Windisch

Atomkraftgegner fordern: «Machen wir Schluss mit dem Atomzeitalter!»

Sie bleiben auch an der 1000. Mahnwache kämpferisch: Die Atomkraftgegner erinnern an die Katastrophe von Fukushima und halten hartnäckig an ihren Forderungen fest.

Sie bleiben auch an der 1000. Mahnwache kämpferisch: Die Atomkraftgegner erinnern an die Katastrophe von Fukushima und halten hartnäckig an ihren Forderungen fest.

In Brugg-Windisch versammeln sich die Atomkraftgegner zur 1000. Mahnwache, erinnern an die Katastrophe von Fukushima und fordern die Stilllegung der alten Atomkraftwerke in der Schweiz.

«Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Widerstand nicht», haben die Atomkraftgegner zur bekannten Schlagermelodie gesungen. Am Donnerstagabend versammelten sie sich vor dem Sitz des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) sowie beim Fachhochschul-Campus in Brugg-Windisch zur 1000. Mahnwache – zur friedlichen Demonstration mit Fahnen und Transparenten, Reden und Alphornklängen.

Unmissverständlich machten die mehreren Dutzend Teilnehmer klar, dass sie auch fünf Jahre nach Fukushima kämpferisch bleiben, ohne aufzugeben an die Katastrophe erinnern und hartnäckig an ihren Forderungen festhalten wollen: Stilllegung der alten Atomkraftwerke in der Schweiz.

«Wir vergessen nicht», sagte Regula Rytz, Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz. Nach Fukushima seien sich zwar viele der Gefahren der Atomenergie bewusst geworden. Mittlerweile aber seien bei einigen Parteien die Versprechen von damals wieder in Vergessenheit geraten, habe der Wind gedreht. Die Zukunft liege in den erneuerbaren Energien, sagte Regula Rytz mit Blick auf die Initiative für einen geordneten Atomausstieg, die in der zweiten Hälfte dieses Jahres zur Abstimmung gelangt. «Machen wir Schluss mit dem Atomzeitalter!»

Jurist Leo Scherer spricht über die Verbote und Regulierungen.

Jurist Leo Scherer spricht über die Verbote und Regulierungen.

 

SP-Politiker Ruedi Rechsteiner stellte mit markigen Worten die Qualität des Ensi infrage. Eine Atomlobby mit so vielen Helfern und Helfershelfern würde man in einem reichen, zivilisierten Land eigentlich nicht erwarten, stellte er fest und richtete seinen Appell an die Politik, die gefährlichen Atomkraftwerke abzuschalten, bevor ein Unfall passiert. Ein Weiterbetrieb sei völlig irrational, sämtliche Sicherheitsüberlegungen würden über Bord geworfen. Bernd Wallaschek vom Kreisvorstand der Grünen Waldshut zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass ein bald 50 Jahre altes Atomkraftwerk nicht so nachgerüstet werden kann, dass es dem heutigen Stand der Technik entspricht.

Ruedi Rechsteiner nimmt kein Blatt vor den Mund.

Ruedi Rechsteiner nimmt kein Blatt vor den Mund.

 

Jurist Leo Scherer schliesslich ermunterte die Atomkraftgegner, sich von Verboten und Auflagen weder beeindrucken noch einschüchtern zu lassen. «Es kann nichts passieren.» Applaus erhielt er für seinen «atom-wissenschaftlichen Vorschlag»: Weil es keine Methode gebe, die wirklich Aufschluss darüber liefere, wie es um den Zustand und die Schwachstellen des Reaktordruckbehälters im Atomkraftwerk Beznau 1 tatsächlich stehe, sei dieser ausser Betrieb zu nehmen und der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen, um einen Einblick zu erhalten.

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