Petitionsübergabe
Atomkraft-Gegner protestieren mit 16 244 Unterschriften gegen Freigabe fürs AKW Leibstadt

Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli hat beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) in Brugg seine Petition «Leibstadt nicht wieder ans Netz» überreicht. Die Betriebsfreigabe für die Anlage aber war wenige Minuten zuvor erteilt worden.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli (rechts) übergibt die Unterschriften dem Ensi-Kommunikationsleiter Sebastian Hueber.

Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli (rechts) übergibt die Unterschriften dem Ensi-Kommunikationsleiter Sebastian Hueber.

Michael Hunziker

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hat am Donnerstagabend die Betriebsfreigabe für das Atomkraftwerk Leibstadt erteilt – just ein paar Minuten bevor die Atomkraftgegner am Ensi-Sitz in Brugg die Petition «Leibstadt nicht wieder ans Netz» überreichten.

Rund ein halbes Jahr stand das Atomkraftwerk still, weil an einzelnen Brennelementen Oxidationen festgestellt worden waren. Diese waren zurückzuführen auf eine Überhitzung im Kühlsystem, sogenannte Dryouts. Die Brennstäbe waren vorübergehend nicht mehr vollständig mit einem Wasserfilm bedeckt.

Lanciert worden ist die Online-Petition «Leibstadt nicht wieder ans Netz» von Balthasar Glättli, Nationalrat der Grünen. Zusammengekommen sind in weniger als zwei Wochen insgesamt 16 244 Unterschriften.

Ginge es nach dem Grünen-Nationalrat und seinen Mitstreitern, dürfte das Atomkraftwerk Leibstadt nicht wieder in Betrieb genommen werden, solange die Fehlerursachen nicht restlos geklärt und die Informationen dazu veröffentlicht sind. Das Anliegen sei eigentlich ein ganz simples, stellte Glättli fest. Die Leute wünschten, dass sehr genau hingeschaut werde, was nicht funktioniert habe. Sonst sei das Risiko zu gross.

Ensi-Kommunikationsleiter Sebastian Hueber (links) und Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli stehen im Fokus
4 Bilder
Klar ist das Anliegen, freundlich der Umgang - Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli (rechts) übergibt die Unterschriften an Sebastian Hueber
16244 Unterschriften sind in weniger als zwei Wochen zusammengekommen
Die Atomkraftgegner überreichen die Unterschriften vor dem Ensi-Sitz in Brugg

Ensi-Kommunikationsleiter Sebastian Hueber (links) und Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli stehen im Fokus

Michael Hunziker

Ensi-Kommunikationsleiter Sebastian Hueber nahm die beiden Pakete mit den Unterschriften entgegen. Die Ursachen seien gründlich untersucht worden, versicherte er und stellte fest: «Wir kennen die Bedingungen, die dazu geführt haben, weshalb es zu diesen Dryouts gekommen ist.» Es könnten entsprechende Massnahmen getroffen werden. Konkret bedeute dies, dass die Gesamtleistung des Reaktors auch im nächsten Zyklus reduziert werde.