Ende Oktober machte der Stadtrat Brugg publik, dass in der Liegenschaft an der Baslerstrasse 49 eine Asylunterkunft eingerichtet wird (die az berichtete). Ab Mitte November würden hier schrittweise drei bis fünf Familien sowie einzelne Frauen einziehen, hiess es damals. In der Zwischenzeit wurde die Liegenschaft sanft renoviert, neben dem Eingang steht ein neuer Abfallcontainer, aber eingezogen ist bisher noch niemand. Warum eigentlich?

Aufgrund der Instandstellungsarbeiten sei der Bezug erst etwa am 10. Dezember möglich, sagt Enrico Kopatz, stellvertretender Kommunikationsleiter beim kantonalen Departement Gesundheit und Soziales (DGS). «In einer ersten Etappe werden drei Frauen mit je einem Kind aus Sri Lanka an der Baslerstrasse einziehen. Rund einen Monat später werden drei Frauen aus Nigeria, Kongo und Äthiopien mit insgesamt zwei Kindern dazustossen», so Kopatz weiter. Von dieser Belegung gehen zwei Kinder in den Kindergarten.

Die Nachbarn erfuhren von diesen Umnutzungsplänen aus der Presse. Warum wurde von Seite Kanton nicht vorinformiert? Enrico Kopatz sagt dazu: «Kanton und Stadt haben gemeinsam über eine Medienmitteilung kommuniziert; die nahe gelegene Schule wurde direkt informiert.»

Apropos Schule: Besitzer dieses Hauses ist der Kanton. Der Abwart des früheren Kindergartenseminars lebte bis vor wenigen Jahren in diesem Gebäude. Seit seinem Auszug stand es leer. Hätte der Kanton nicht schon lange Asylsuchende hier einquartieren können? Roland Hofer, stellvertretender Leiter des kantonalen Departements Finanzen und Ressourcen (DFR), erklärt: «Bis anhin war da eine Nutzung für Administration und Verwaltung zugunsten der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg geplant. Diese ist ja Hauptnutzerin des ganzen Schulareals und hat nun signalisiert, dass sie diese Flächen nicht benötigt. Aus diesem Grund hat Immobilien Aargau die Liegenschaft dem kantonalen Sozialdienst angeboten.»

Bei der geplanten Asylunterkunft im früheren Restaurant Jägerstübli gibt es laut Stadtrat Brugg keine wesentlichen Neuigkeiten. Zurzeit finden mit dem Vermieter Neuverhandlungen über die Verlängerung des Mietvertrags statt. «Im Moment ist der Ausgang noch offen», sagt Enrico Kopatz. Die Unterkunft an der Baslerstrasse sei jedenfalls nicht als Alternative zum «Jägerstübli» zu verstehen.