Die Besucherin reibt sich erstaunt die Augen. So licht und farbenfroh hat sie den Aufenthaltsbereich im Altersheim Eigenamt noch nie wahrgenommen. Er sieht – mit buntem Wandgemälde und bunten Stühlen – lebhafter aus als je. Kein Wunder, das Altersheim wird seit Januar bis Sommer umgebaut (wir berichteten).

Der Ennetbadener Architekt Fritz W. Gläser zeichnet nicht nur für die ausgeklügelte Neugestaltung des Inneren verantwortlich, sondern auch für den neuen «Garten für Sinne und Seele», vielmehr den «Garten für Begegnung und Bewegung». «Das Silbertablett liegt vor dem Haus», schwärmt Gläser und bezeichnet das Gelände «als reinen Glücksfall».

Neue Möglichkeiten

Weil der Garten eingezäunt sein wird, ist er auch für Demenzkranke allein begehbar. Bis anhin waren sie im Altersheim Eigenamt auf der ersten Etage unter sich: Nun eröffnen sich für sie im Parterre ganz neue Möglichkeiten – auch mit dem neuen, dem Heim vorgelagerten Wintergarten, in dem derzeit fieberhaft gearbeitet wird.

Wer den Gartenplan zur Hand nimmt, sieht: Das jetzige Projekt, das bald der Baukommission vorgelegt wird, ist grösser als geplant. Das anfängliche Konzept war auf 500 Quadratmeter ausgelegt; nun wird das ganze Gelände, 1500 Quadratmeter, genutzt.

Gegliedert ist der neue, nicht die geringste Steigung aufweisende Garten in die Teile «Bewegen» (mit vier einfacheren Fitnessgeräten), «Sehen» (Windspiele), «Riechen», «Schmecken» und «Hören» (Klangkörper).

Wasserbecken mit Springbrunnen

Weiter komplettieren Bäume, Pflanzen, Hochbeet, Hasen-Gehege und ein Wasserbecken mit Springbrunnen den Garten. Das Wasser im Brunnen ist stehend und kann auch vom Rollstuhl aus erreicht werden.

Tische, Liegen und Bänke (mit extra-breiten Armlehnen und einer unüblichen, aber bequemen Höhe von 54 Zentimetern) belegen, dass die Details genau auf die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren abgestimmt sind. So ist der Weg beispielsweise 1,40 Meter bereit, damit zwei Rollatoren spielend nebeneinander Platz haben.

Ein spezielles Augenmerk richtet Fritz W. Gläser auf den Bodenbelag. Für den Architekten steht fest: «Es darf nur Sickerstein sein. Dieser ist wasserdurchlässig; das Wasser bleibt nicht an der Oberfläche, somit besteht keine Rutschgefahr.»

Gläser freut sich, dass «wir den Garten langsam wachsen lassen können. Es muss nicht alles bei der Eröffnung im Sommer vorhanden sein.» Über Zahlen mochte Gläser nicht spekulieren – ein Sponsorenlauf im Juni soll Geld bringen; danach wird man weitersehen (siehe Box).