Brugg
Arbeitszone Rütene: Die vielen Regeln passen nicht allen

Auch wenn ein paar Zweifel geblieben sind: Am Schluss hat der Brugger Einwohnerrat am Freitagabend die neuen Zonenbestimmungen für die Arbeitszone Rütene mit 43 zu 1Stimmen bewilligt.

Michael Hunziker und Claudia Meier
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Stadtammann Daniel Moser wies darauf hin, dass die vorliegende Lösung nach einem zeit- und verhandlungsintensiven, komplexen Prozess erreicht werden konnte.

Der Hintergrund: Mit der Realisierung der Südwestumfahrung steigt die Attraktivität des Areals. 17,15 Hektaren liegen auf Brugger, 3,09 Hektaren auf Windischer Boden. Beide Gemeinden wollen eine qualifizierte Arbeitszone Rütene schaffen damit sich innovative Firmen mit hoher Wertschöpfung ansiedeln – ganz im Sinn der Hightech-Strategie. Der Einwohnerrat Windisch hat der Teilrevision der Nutzungsplanung am Mittwoch zugestimmt.

Die Zukunft wird es zeigen

In Brugg wurde das Vorhaben im Grundsatz zwar von links bis rechts begrüsst. Bei den vorgesehenen neuen Bestimmungen in der Bau- und Nutzungsordnung machten SVP und FDP allerdings einige Fragezeichen.

Tobias Hungerbühler (SVP) warnte vor unnötigen bürokratischen Hürden – davor, die Unternehmen mit Auflagen zu überhäufen. Titus Meier (FDP) betonte ebenfalls, dass das Klima stimmen muss, denn am Schluss seien es die Firmen, die investieren. Ob die hehren Ziele erreicht werden könnten, ob die Konzentration auf Hightech-Betriebe richtig sei, müsse sich weisen.

Für die Regeldichte gebe es Gründe, sagte Thomas Gremminger (Grüne). Die hochqualifizierten Arbeitskräfte hätten Anspruch auf eine qualitativ hochstehende Umgebung. Für Adriaan Kerkhoven (GLP) fehlen sogar Vorschriften, beispielsweise, was den Bereich Ästhetik betrifft. Denn die Arbeitszone Rütene, führte er aus, soll eine Vorzeige-Zone werden. Erfreut zeigte er sich über die Zusammenarbeit mit Windisch und den weiteren Beteiligten, was eine hohe Qualität ermögliche.

Daniel Siegrist neu im Amt

Dieses Vorgehen erwähnte auch Beat Ganz (CVP) positiv. Sonst aber hielt sich seine Begeisterung in Grenzen und er stellte die Frage, wie die angestrebte hohe Wertschöpfung und Innovation gemessen wird, was auf dem Areal künftig konkret gestattet ist.

Die SP, so Klas Domeyer, stehe «vollkommen» hinter der Teilrevision der Nutzungsplanung. Konrad Zehnder (EVP) fragte nach Verbesserungen bei den Anschlüssen des öffentlichen Verkehrs. Es gebe Ideen, antwortete Stadtammann Moser. Allerdings seien die Abklärungen noch zu wenig weit fortgeschritten.

Weiter klar angenommen haben die 45 anwesenden Einwohnerräte – von insgesamt 50 – am Freitag die Einbürgerungen, den Jahresbericht 2015 über die «Wirkungsorientierte Verwaltungsführung bei der Feuerwehr», den Rechenschaftsbericht sowie die Rechnung 2015. In Pflicht genommen wurde Daniel Siegrist (SVP) als Nachfolger von Silvan Lutz.

Ja zur Schöneggstrasse

Ohne Gegenstimme hiessen die Einwohnerräte ebenfalls den Kredit über 382 000 Franken für die Sanierung der Schmutzwasserleitung in der Schöneggstrasse gut. Die Koordinationsplanung zwischen der Stadt und der IBB Energie AG habe die Notwendigkeit dieser Sanierung und der Erneuerung der Werkleitungen hervorgebracht, sagte Vizeammann Andrea Metzler.

Michel Indrizzi (FDP) sah dies ebenso und sprach von einer guten Vorlage. Jürg Baur sagte, dass die CVP vom Inliner-Verfahren überzeugt sei. Auch Julia Grieder von den Grünen begrüsste das Vorhaben. Die Finanzierung läuft über den Eigenwirtschaftsbetrieb Abwasserbeseitigung.

Mit der Leitungserneuerung dränge sich auch eine Belagssanierung auf, fuhr Metzler fort. Sie wies darauf hin, dass eine Verlängerung des Velostreifens von der Badstrasse in die Schöneggstrasse nicht möglich sei, weil letztere nur 6 und nicht 7 Meter breit ist. Die Einwohnerräte sagten ohne Gegenstimme Ja zum Kredit über 1,371 Mio. Franken für die Erneuerung der Schöneggstrasse.

Zum Abschluss der Sitzung präsentierte Metzler eine Visualisierung eines Umiker-Stegs als Ziehbrücke. «Wir träumen von einer Verbindung für den Langsamverkehr nach Umiken», sagte sie. Die Idee dieser Brücke sei in Zusammenarbeit mit dem Architekten des Aarestegs entstanden. Bis es irgendwann soweit ist, müssten allerdings noch viele Hürden genommen werden.