Die Verkehrssituation im Brugger Westquartier beschäftigt die Stadt nicht nur wegen des neuen Zubringerregimes, das an der Habsburgerstrasse derzeit mit einer mobilen Kamera überwacht wird: Auch die teilweise engen Fahrbahnen in einigen Quartierstrassen stellen im Alltag immer wieder ein Problem dar.

«Leider wurden und werden wiederholt Autos am Strassenrand so parkiert, dass für die Kehricht- und Grüngutfahrzeuge zu wenig Durchfahrtsbreite bleibt», schildert Stefan Zinniker von der Abteilung Planung und Bau der Stadt Brugg die Situation.

Die Voegtlin-Meyer AG von der Kehrichtabfuhr habe dadurch einen erhöhten Aufwand, weil die Abfallsäcke beziehungsweise das Grüngut im versperrten Strassenabschnitt von den Mitarbeitern über weite Distanzen zum Fahrzeug getragen werden müssen.

160 Haushalte angeschrieben

Mit einem sogenannten Konsultationsschreiben wollte die Stadt Brugg von den Bewohnern an der Blumen-, Rosen-, Lilien- und Nelkenstrasse vor einigen Monaten wissen, was sie von einem Parkverbot auf den Quartierstrassen halten oder ob sie bereit wären, den Abfall statt vors Haus selber an die Aarauer- oder Bodenackerstrasse zu stellen. In den vier erwähnten Quartierstrassen hatte die Voegtlin-Meyer AG nämlich am meisten Probleme mit falsch parkierten Autos.

Das Echo war enorm: 129 von 160 angeschriebenen Haushalten meldeten sich bei der Stadt. Doch mehr als ein Sturm im Wasserglas scheint diese Konsultation nicht gewesen zu sein. Will heissen: Die Entsorgung erfolgt in Zukunft wie bis anhin und auch am Parkregime wird nichts verändert. Die Voegtlin-Meyer AG und die Regionalpolizei Brugg (Repol) verstärken allerdings den Informationsaustausch.

Warum dieser Entscheid? Einer grossen Mehrheit der Anwohner der vier Quartierstrassen sei es wichtig, den Kehricht und das Grüngut auch künftig direkt vor dem eigenen Grundstück für die Entsorgung bereit stellen zu können, erklärt Stefan Zinniker. Dafür würde angesichts der Problematik sogar ein zeitlich begrenztes Parkverbot in Kauf genommen.

Doch so weit geht die Stadt nun laut Zinniker doch nicht, weil die Repol Brugg ein zeitlich beschränktes Parkverbot geprüft und dieses als unverhältnismässig beurteilt hat. Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz respektive konkrete Behinderungen können der Repol gemeldet werden, was allenfalls eine Verzeigung an die örtliche Staatsanwaltschaft zur Folge haben kann.

Problem noch nicht gelöst

Und warum hat man eine aufwendige Umfrage im Quartier durchgeführt und nicht einfach die Falschparkierer gebüsst respektive angezeigt?

Stefan Zinniker sagt dazu: «Mit der Umfrage wollte die Stadt auf die Schwierigkeiten, mit denen das Personal der Kehrichtabfuhr auf seiner Sammeltour öfters konfrontiert ist, aufmerksam machen und die Quartierbevölkerung darauf sensibilisieren.» Weiter interessierte die Meinung zur Einrichtung von Sammelplätzen als Alternative zum heutigen Abholdienst vor den Liegenschaften. Hier zeige sich aber, dass der heutige Service public geschätzt wird und beibehalten werden soll.

Die Repol habe periodische Kontrollen gemacht und einige Falschparkierer gebüsst, so Zinniker weiter. Trotzdem konnte die Situation noch nicht zufriedenstellend verbessert werden.