Brugg
Antonia Nater schickt Kinder auf den Waldlehrpfad

Beim Werkhof des Forstamtes Brugg fällt einem ein Schild ins Auge. Ein gezeichnetes Eichhörnchen namens Eddi fordert einen auf, dem Weg zu folgen und alles vom Boden aufzusammeln, was ein Eichhörnchen gerne fressen könnte.

Erina Allmendinger
Merken
Drucken
Teilen
Antonia Nater lächelt verschmitzt: Sie liebt den Wald, weshalb sie ihre Begeisterung dafür auch weitergeben wollte.

Antonia Nater lächelt verschmitzt: Sie liebt den Wald, weshalb sie ihre Begeisterung dafür auch weitergeben wollte.

Annika Bütschi

«Die Kinder sollen während des ganzen Weges mit offenen Augen unterwegs sein», erklärt die 19-jährige Antonia Nater. Unten am Schild ist eine Box befestigt, die mit Stiften und Arbeitsblättern zu den einzelnen Posten gefüllt ist.
Befolgt man den Rat von Eddi, stösst man auf 15 weitere Posten, die Informationen über den Wald liefern und verschiedene Aufgaben an die Besucher stellen. Rund zwei Stunden dauert es, alle Posten zu absolvieren. «Mein Ziel war es nicht, dass die Leute unbedingt alle Posten machen. Der Pfad soll einen anregen, in den Wald zu gehen und sich das anzuschauen, was einen persönlich interessiert», sagt Antonia Nater.
Über drei Monate arbeitete sie am Pfad, seit Oktober ist er fertig. Für sie war von Anfang an klar, dass ihr Projekt etwas mit dem Wald zu tun haben wird, da sie diesen gerne aufsucht. «Ich hatte noch andere Ideen zum Thema Wald, doch ich entschloss mich für den Pfad, da ich dann während des Realisierens des Projekts viel Zeit im Wald verbringen und meine Begeisterung dafür weitergeben konnte», sagt sie. Der Pfad richtet sich vor allem an Kinder zwischen neun und elf Jahren. «Am Anfang ist es mir schwergefallen, die Informationen so zu formulieren, dass sie auch für Kinder gut verständlich sind», sagt sie. Die Bilder auf den Tafeln hat Antonia Nater fast alle selber gezeichnet, auch wenn das Zeichnen der Tiere nicht einfach für sie war.

Um auf Ideen für die verschiedenen Stationen zu kommen, schaute sie viele Kinderbücher an und besuchte andere Naturlehrpfade. Ausserdem konnte ihr ihre Mutter Tipps geben, da diese Primarlehrerin ist. Mit den Dritt- bis Fünftklässlern aus Brugg machte Antonia Nater dann einen Probelauf. «Den Kindern hat jener Posten am besten gefallen, an dem sie durch das Auftragen eines Papiers auf einen Baumstamm und das Übermalen mit einem Stift die Struktur des Stammes festgehalten haben», erzählt sie. Ruedi Harisberger, Förster aus Riniken, kontrollierte, ob alle Informationen stimmen. Försterlehrling Benjamin Geissmann half Antonia dabei, die Tafeln zusammenzuschrauben und sie in den Boden einzuschlagen.

Antonia betont, dass sie beim Gestalten des Pfads mit einfachen Mitteln gearbeitet hat. «Hätte ich einen professionellen Pfad aufgebaut, hätten sich die Kosten auf etwa 9000 Franken belaufen», sagt sie. Der Pfad bleibt wohl bis September 2013 bestehen. Solange wird sich Antonia Nater persönlich darum kümmern, dass immer genügend Arbeitsblätter in der Box sind. Ab September wird sie vermutlich eine Zeit lang ins Ausland gehen, um Englisch zu lernen. Danach will sie Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich studieren.