Auenstein
Angélique Flach zur Steinbruch-Erweiterung: «Das ist für mich vergleichbar mit einer Heuschreckenplage»

Angélique Flach sagt, wofür sie sich in der Politik einsetzt und was ihr als Naturcoiffeuse wichtig ist.

Carolin Frei
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Vielseitig interessiert: Angélique Flach hat diesen Mosaik-Engel selbst gemacht.

Vielseitig interessiert: Angélique Flach hat diesen Mosaik-Engel selbst gemacht.

Carolin Frei

«Sich für politische Belange interessieren und einsetzen, das gehört für mich einfach dazu», sagt Angélique Flach. Sie wohnt mit ihrem Mann, Nationalrat Beat Flach, und dem gemeinsamen Sohn in Auenstein. Den Grundstein für ihr politisches Wirken wurde bereits in der Kinderstube gelegt, waren doch ihre Eltern in verschiedenen Kommissionen für die Allgemeinheit tätig. «Ich wollte schon als Teenager in den Gemeinderat», sagt sie. Leider hat sich dieser Wunsch bis heute für die 50-Jährige nicht erfüllt. Zweimal habe sie sich in Auenstein auf die Liste setzen lassen, beide Mal wurde sie nicht gewählt. «Es soll wohl nicht sein», zieht sie Bilanz.

Kümmert sich um Nationalrats-Post

Die Nichtwahl schreckte sie jedoch nicht ab, sich weiterhin politisch zu engagieren und bei den Grossratswahlen für die Grünliberalen zu kandidieren. Hätte sie einen Sitz im Grossen Rat ergattern und ihr Wirkungsgebiet wählen können, so hätte sie sich am liebsten den Themen Gewässerschutz und Wohnraum angenommen. Die Ressorts Finanzen und Sozialwesen findet die Auensteinerin zwar spannend, es seien jedoch nicht ihre Steckenpferde. «Trotzdem, wenn ich mich einer Aufgabe, einem Thema stellen muss, dann ist es mir ein grosses Anliegen, mich nach bestem Wissen und Gewissen dafür einzusetzen. Man kann sich ja zu allem entsprechend einlesen», betont sie.

Trotz Nichtwahl ist und bleibt Politik ein Thema für sie. So erstaunt denn nicht, dass sie ihren Mann Beat gerne bei den administrativen Belangen in seinem Amt als Nationalrat unterstützt. «Täglich bekommt er bis zu einem Kilo Post», sagt sie. Gemeinsam koordinieren sie die vielen Termine und ab und zu ergibt sich die Möglichkeit, gemeinsam Anlässe zu besuchen. Wochenenden sind jedoch Familienzeit. Zudem ist Angélique Flach seit über zehn Jahren Mitglied der Schwimmbadkommission und ein Vereinsmitglied der Landfrauen.

Ein politisches Thema, das der 50-Jährigen seit Jahren unter den Nägeln brennt, ist der Steinbruch Auenstein/Veltheim. «In den 90er-Jahren ging es darum, eine Deponie ‹à la Kölliken› zu verhindern und seit dies mehr oder weniger vom Tisch ist, eine geplante Erweiterung zu verhindern. Dies würde der Juralandschaft unwiederbringliche Schäden zuführen. Ich bin gerne spazierenderweise um den Steinbruch unterwegs, und respektiere ihn als wichtigen Arbeitgeber in der Region», sagt sie. Trotzdem gelte es, dem Natur- und Heimatschutz Rechnung zu tragen. Eine Erweiterung würde für ein grösseres Bauloch sorgen. «Das ist für mich vergleichbar mit einer Heuschreckenplage. Man kommt, frisst und hinterlässt ein Chaos.» Es fehle noch immer die Endlösung für das Gebiet nach der Steinbruchära.

Sohn kommt an erster Stelle

Für Angélique Flach ist es äusserst wichtig, auf den eigenen Lebensstil zu achten, dafür zu sorgen, dass der Fussabdruck, den man auf der Erde hinterlässt, möglichst klein bleibt. Deshalb war es für sie als Coiffeuse ein grosses Thema, von chemischen Produkten auf natürliche umzusteigen. Mit dieser Philosophie war sie für viele Jahre erfolgreich unterwegs. Inzwischen ist sie nicht mehr selber aktiv sondern nur noch beratend als Naturcoiffeuse tätig. «Unser Sohn, der die HPS in Windisch besucht, ist nun im Teenageralter. Sein weiterer beruflicher und persönlicher Weg hat Priorität. Dafür nehme ich mir gerne viel Zeit.» Zeit bleibt trotzdem auch für Hobbys, die Flach gerne pflegt. Stricken, häkeln und Mosaike schaffen gehören dazu. Oder aber singen. Seit vier Jahren nimmt sie Gesangsstunden und ist seit zwei Jahren mit dem Ensemble The Blablahs an Anlässen mit von der Partie.

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