Die bestehenden Mehrfamilienhäuser an der Zurzacherstrasse 48 bis 54 in Brugg sind in die Jahre gekommen. Die beiden zuständigen Wohnbaugenossenschaften Graphis aus Bern und Svea aus Thalwil beabsichtigen, die Gebäude zu ersetzen. Das betroffene Areal soll nun von der dreigeschossigen Wohnzone W3 in die Zone W4 mit Gestaltungsplanpflicht umgezont werden. Über die Teiländerung des Bauzonenplans betreffend die Parzellen «Am Rain» entscheidet der Einwohnerrat an seiner Sitzung am 4. Mai.

Geplant sind die Neubauten auf den Parzellen zwischen der Zurzacherstrasse und der Quartierstrasse Am Rain. Gestützt auf eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2013, wurde ein Studienauftrag durchgeführt. Das Siegerprojekt allerdings, stellte sich heraus, ist gemäss dem rechtskräftigen Bauzonenplan in Brugg nicht realisierbar, hält der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest.

Weil die Wohnbaugenossenschaft Graphis ihren Teil der Siedlung rasch realisieren möchte, soll für das Gebiet ein Gestaltungsplanverfahren und parallel dazu eine Teiländerung des Bauzonenplans durchgeführt werden. Diese ist abgestimmt auf die derzeit laufende Gesamtrevision der Nutzungsplanung. Anders gesagt: «Aufgrund des fortgeschrittenen Planungsverfahrens für die Neubebauung des Areals soll die Anpassung im Gebiet ‹Am Rain› vorgezogen und als Teiländerung separat genehmigt werden», führt der Stadtrat aus. Geschaffen werden die Voraussetzungen, um das Gebiet in zwei Etappen überbauen zu können.

Die Behörde spricht von einem wichtigen Gebiet, das einen entscheidenden Beitrag zur Innenentwicklung leisten kann. Gefördert werde zudem die städtebauliche Aufwertung entlang der wichtigen Einfallsachse Zurzacherstrasse. Kurz: «Dem Stadtrat ist es ein Anliegen, die Neusiedlung von hoher Qualität und unter Berücksichtigung der Innenentwicklung ermöglichen zu können.» Als Ziele der Planung nennt die Behörde denn auch – unter anderem – den «städtebaulich und architektonisch hochwertigen Ersatz der bestehenden Wohnbauten bei gleichzeitig massvoller Verdichtung des Gestaltungsplangebiets». Flexible, vielfältige und preisgünstige Wohnungen sind im rückwärtigen, lärmgeschützten Bereich vorgesehen, Büro- und Wohnateliernutzungen im Bereich der Zurzacherstrasse. Entlang dieser soll auf eine Lärmschutzwand – wie heute – verzichtet, die Parkplätze sollen zugunsten eines durchgehenden Trottoirs aufgehoben werden.

Die öffentliche Mitwirkung, die kantonale Vorprüfung sowie die öffentliche Auflage der Teiländerung des Bauzonenplans und des Gestaltungsplans sind bereits erfolgt. Zwei Einwendungen zum Gestaltungsplan konnten laut Stadtrat bereinigt werden.

Sitzung Einwohnerrat Freitag, 4. Mai, 19.30 Uhr, Rathaussaal, Brugg.