Rüfenach
An ihrem 150. Geburtstag ist die Kirche Rein eine ganz süsse

Die reformierte Kirchgemeinde Rein hat das 150-jährige Bestehen ihrer Kirche mit einem grossen Festgottesdienst gefeiert. Dabei wurde vor allem die Zusammenarbeit und die Gemeinschaft zelebriert.

Vera Frey
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Kurator Roland Frauchiger (am Mikrofon) präsentiert die Schokolade mit der Fassade der Kirche Rein.

Kurator Roland Frauchiger (am Mikrofon) präsentiert die Schokolade mit der Fassade der Kirche Rein.

Vera Frey

Bereits seit 150 Jahren thront die Kirche Rein über dem Wasserschloss in ihrer heutigen Form. Gebaut wurde sie 1863/64 nicht ganz ohne Widerstände. So entschied der Gemeinderat von Villigen fünf Jahre zuvor, sich von der Kirchgemeinde Rein zu lösen und eine eigene Kirche zu bauen.

Dank der Intervention des Kantons konnte dann Anfang 1863 mit dem Neubau begonnen werden – notabene unter der Leitung eben jenes Villiger Baumeisters, welcher noch ein Jahr zuvor das Projekt für eine eigene Kirche eingereicht hatte.

Check mit Symbolcharakter

Genau diese Überwindung und die damit verbundene Zusammenarbeit über alle politischen Grenzen und Gemeindegrenzen hinweg «machte die Kirchgemeinde schon damals zu einer modernen», hielt denn auch Alessandro Vecchiet, Vizeammann in Rüfenach, in seiner Begrüssungsrede fest.

Stellvertretend für alle anwesenden Behördenmitglieder der Gemeinden, überreichte Vecchiet der Kirchgemeinde nicht nur lobende Worte, sondern auch einen symbolischen Check über 1800 Franken.

Kurator Roland Frauchiger nahm diese kleine Geldspritze dankend entgegen, betonte aber, dass er selbst dieses Geld nicht verwenden werde. Vielmehr sei der Beitrag «eine Motivation, im Jahr 2015 endlich eine neue Kirchpflege einsetzen zu können».

Jeder solle sich überlegen, was mit diesem Geld geschehen soll und könne sich auch «sofort für ein Amt in der Kirchpflege melden und diese Ideen dann auch gleich umsetzen».

Wunderbares kann entstehen

Dass nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, sondern auch mit den katholischen Kirchgemeinden Brugg und Würenlingen so gut funktioniert wie heute, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Diskussion darüber sei aber völlig unnötig, so Alfons Meier, Kirchenpflegepräsident aus Würenlingen. «Schliesslich trinken wir unser Wasser alle aus derselben Quelle und unsere gemeinsame Aufgabe ist die der Seelsorge.»

Gerade der Blick 150 Jahre zurück auf den Bau der Kirche zeige, welche wunderbaren Dinge entstehen können, wenn alle an einem Strick ziehen.

Dies betonten auch die beiden Pfarrer Matthijs van Zwieten de Blom und Urs Klingler in ihrer gemeinsamen Predigt zum Thema «Fundament». Dieses sei mit Jesus Christus gegeben – für alles, was darauf aufgebaut werden soll, sei aber jeder Einzelne selbst verantwortlich und nur mit der Mithilfe aller könne etwas entstehen, das Bestand hat.

Zum Schluss des feierlichen Gottesdienstes, der von Mitgliedern der Musikgesellschaften Lauffohr, Remigen und Villigen sowie den gemischten Chören Lauffohr und Remigen harmonisch begleitet wurde, konnte Kurator Roland Frauchiger stolz die süsseste Variante der Kirche Rein präsentieren.

Deren Fassade prangt nämlich auf einer Schokolade, welche Frauchiger gleich an alle Vertreter der Gemeinden, der katholischen Kirchgemeinde wie auch den ehemaligen Mitarbeitern der Kirchgemeinde Rein verteilen konnte.

Die Feierlichkeiten zum 150-Jahr-Jubiläum finden ihre Fortsetzung am 23. August: «Geschehnisse rund um den Bau der heutigen Kirche Rein»; Führungen (Anmeldung erforderlich) ab 14 Uhr und Referat von Max Baumann, Historiker, um 17 Uhr bei der Kirche Rein.

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