Wie könnte die eigene Hochzeit aussehen? Vielleicht königlich gross angelegt auf dem Schloss Lenzburg oder lieber auf der kleineren Habsburg? Die Gäste könnten stilvoll mit einem Vintage-Postauto aus den 60er-Jahren hinaufkutschiert werden, oben angekommen, könnten die Kinder auf einem Karussell aus den 20er-Jahren ihre Runden drehen, während die Erwachsenen mit einem überlangen Tischfussballkasten selber zu Kindern werden.

Unterhaltung gibts mit Tanzshows oder Musik, das Essen schmeckt und die Torte ist ein Kunstwerk für sich. Für die Flitterwochen ist alles bereit, das künftige Eigenheim mit der Bank und dem Immobilienhändler abgesprochen, selbst das Babyzimmer für den Nachwuchs eingerichtet. Der Fotograf ist bestellt, das Filmteam startklar. Alles ist wunderschön mit Blumen eingerichtet. Die Braut perfekt geschminkt, das Kleid massgeschneidert und mit Bling-Bling.

26 regionale Anbieter

Um eine Hochzeit zu organisieren – ob gross angelegt oder schlicht und intim – muss man nicht weit suchen gehen: Von den 30 Ständen an der Hochzeitsmesse «Meine Hochzeitsträume» im Campus-Saal, die alles oben erwähnte angeboten haben, stammten nur gerade vier nicht aus der Region.

So mag es überraschen, dass das beschauliche Riniken mit «La Beautique» Profi-Kosmetikbehandlungen anbietet. Wichtig sei, dass man mobil ist und vor Ort die Braut schminken gehen könne. «Das Schönste für mich, ist miterleben zu dürfen, wie die Braut erstmals in ihr Kleid hineinschlüpft. Ich weine da jedes Mal», sagte die Fachfrau am Messestand. Professionelle Pflege werde auch von Männern immer mehr gefragt. Mindestens ein Abpudern sei heute normal. Stets rate sie dem Bräutigam auch zur Maniküre, denn die Fotografen machen an Hochzeiten oft Fotos von den Händen des Brautpaars. Carmen Christen, Fotografin aus Böttstein, sagte an der Messe, dass man heutzutage die Bilder elektronisch auf einem USB-Stick liefert. Klassische Foto-Alben seien aber weiterhin beliebt.

Was sind sonst die aktuellen Trends? Bei den Blumen laute die Tendenz: «Üppig ja, aber bitte dezent in Pastellfarben», sagt die Angestellte von Blueme Kari aus Brugg. Klassisches Rot-Weiss sei kaum gefragt, Orchideen hingegen sehr beliebt. Dekorateurin Jeannine Barmettler bestätigt die Tendenz zum Diskreten. Das «Uau» des Brautpaars, wenn es zum ersten Mal den volldekorierten Raum sieht, bliebe aber dennoch nicht aus. «Das ist der schönste Moment für mich und mein Lohn.»

Bei den Ringen seien die klassischen gemäss der Brugger Bijouterie Hinteregger die beliebtesten. Oft sind aber gerade die scheinbar schlichten, dafür mit Brillanten bestückten Ringe die teuersten. Ausgefallen sind heute eher die Brautkleider oder die Frisuren. Beim Dessert fertigt Sisi Siewert seit 2006 als Ein-Frau-Betrieb in ihrer Zuckerbäckerei in Unterwindisch Stufentorten mit detaillierten Verziehrungen. 30 Stunden arbeite sie jeweils an einer Torte, für eine essbare Blüte brauche sie bis zu zwei Stunden. Sie veranstaltet zudem auch weibliche Polterabende. Und ebenfalls aus Windisch bietet «Mova Dance» Tanzunterhaltung an unter dem Motto «es muss nicht immer Walzer sein», dafür eine spezielle Choreografie oder gar ein Flashmob.

Windisch sei Dank

Zum ersten Mal konnte Beyza Tut vom Brugger Schönheitssalon «Hair & Beauty Beyza» ihre Hochzeitsmesse im Campus-Saal veranstalten. «Ich hoffe, ich konnte den Erwartungen gerecht werden», sagt sie. Den Saal erhielt sie mietfrei dank der Gemeinde Windisch, die die Messe – offenbar einmalig – als Patronatsanlass trägt. Beyza Tut hofft auf eine weitere, grössere Ausgabe in zwei Jahren. 14 Ausstellern musste sie dieses Mal wegen Platzmangel absagen.

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