Rosa Blumengestecke, Cüpli und 120 Frauen aller Altersstufen, die sich munter austauschen – der Donnerstagabend hat in der Villiger Trotte ganz im Zeichen des weiblichen Geschlechts gestanden. «Der Techniker ist der einzige Mann, der heute Zutritt hat», sagte Anja Dinkel, Co-Organisatorin des Abends.

Zum speziellen Anlass unter dem Motto «Von Frau zu Frau« eingeladen hatte die Raiffeisenbank Böttstein. «Wir haben gemerkt, dass Frauen viel entspannter sind und sich getrauen, offener Fragen zu stellen, wenn sie unter sich sind», sagte Ramona Müller, Teamleiterin der Raiffeisen-Geschäftsstelle in Klingnau und Mitorganisatorin.

Die Themen der Referate hatten die beiden jungen Organisatorinnen auf die Bedürfnisse und Interessen der Frauen abgestimmt. Als Erstes beantwortete die Account Managerin Desirée Sirignano Fragen zu Kreditkarten, Sicherheit und Versicherungen. Dabei griff sie auf Beispiele und Anekdoten aus ihrem eigenen Alltag zurück, die vielen Frauen bekannt vorkamen: die Schuhe, die nach einem Mal Tragen bereits kaputt sind, der Koffer, der auf dem Weg in die Ferien verloren geht oder die teure Handtasche, die eine Woche nach dem Kauf heruntergeschrieben wird. «Ich habe nicht gewusst, dass ich mit einer Kreditkarte auch in solchen Fällen versichert bin», sagte eine Besucherin erstaunt. Und eine andere meinte: «Das bargeldlose Zahlen ist viel sicherer, als ich gedacht habe.»

Schulterklopfen und Komplimente

Die zweite Referentin des Abends war die Autorin Maya Onken. Thema ihres Vortrags waren die unterschiedlichen Möglichkeiten, die Frauen bei ihrer Lebensplanung haben. Gleich zu Beginn hielt sie fest: «Egal, ob Sie sich für oder gegen Kinder entscheiden, ob sie Vollzeit- oder Teilzeitmutter sein wollen – jede Entscheidung ist falsch.»

Denn, so erläuterte die Referentin, es wird immer jemanden geben, der diese Entscheidung kritisiert. Sie ermunterte die Frauen dazu, selbstbewusst zu ihren Entschlüssen zu stehen und mit sich selbst und anderen nicht so streng zu sein. Durch kleine Übungen wie dem gegenseitigen Schulterklopfen und Komplimente machen bezog sie das Publikum in das Referat ein und lockerte die Stimmung auf.

Vortrag inspiriert Zuhörerinnen

«Ich bin eigentlich gekommen, um mehr über Kreditkarten zu lernen», sagte eine Besucherin nach den Vorträgen. «Doch auch vom zweiten Referat nehme ich viel mit.» Eine andere hatte sich bereits einen konkreten Vorsatz gefasst: «Von jetzt an werde ich drei Mal am Tag Nein sagen, wenn mich jemand um etwas bittet, das ich nicht tun möchte.» Denn, so die Besucherin, sie müsse lernen, mehr auch sich selbst zu achten. Dies sei ihr während dieses Abends klar geworden.

Und zum Schluss hatten dann die Männer doch noch ihren Auftritt: Auf Wunsch chauffierten die Mitglieder der Bank-Leitung die Frauen nach der Veranstaltung nach Hause.