Schinznach
An der Vernissage der Schinznacher Nachlese kamen auch Hunde vorbei

Wie Schinznach zu einem Hafen kam, bis wann die Oberflachser ihr Wasser an den Brunnen holen mussten und wie sehr der Talbach letzten Sommer gelitten hat: All dies wird in der Schinznacher Dorfchronik beschrieben. Die Vernissage war gut besucht.

Carolin Frei
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Nachlese Schinznach
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Vor allem die Kinder wollten die Hunde streicheln.
Redaktionsmitglied Armin Käser stellte die Chronik vor.
Andy und Janine Matsch mit Sohn Jaro und einem der zehn Huskys.
Janine Matsch erzählt von ihren Schlittenhunden.
Redaktionsmitglied Armin Käser stellte die Chronik vor.
Andy Matsch stand noch für Fragen zur Verfügung.
Alle Autoren bekamen ein Exemplar der Dorfchronik.
Austausch beim anschliessenden Apéro

Nachlese Schinznach

Carolin Frei

«Es freut mich sehr, dass trotz frühlingshafter Temperaturen und trotz Sahara-Staub so viele den Weg zur Vernissage der 24. Ausgabe der Dorfchronik gefunden haben», sagt Armin Käser vom Redaktionsteam der Schinznacher Nachlese erfreut. Unter dem Motto «Wasser» seien viele Beiträge zustande gekommen. Sehr zur Freude aller. Denn 2013 habe man die Nachlese sogar als «Schlussnummer» betiteln müssen. Doch Schluss war dann doch nicht. Auch 2014 erschien eine Dorfchronik – unter der Regie der fünf demissionierenden und der drei neuen Redaktionsmitglieder. Inzwischen konnte das verbliebene Dreierteam drei neue Mitglieder dazugewinnen.

«Der Biber ist ein schlaues Kerlchen»

Armin Käser liess die Besucher an der Vernissage vom Sonntagabend teilhaben, wie Schinznach zu einem Hafen kam und was es mit der unteren Mühle, dem Vermächtnis von Willy Maurer, auf sich hatte. Auch den Beitrag «Die Brunnen von Oberflachs» griff er auf. «Anfang 1900 wurden kantonsweit Quellenkarten erstellt. Bis 1904 mussten die Oberflachser das Wasser allerdings noch bei den Dorfbrunnen holen. Erst danach wurden Zuleitungen zu den Häusern realisiert», sagt Käser. Thema waren zudem der Talbach, der im letzten Sommer sehr gelitten hatte und der Biberdamm, der grösste im Kanton. «Dieser Biber ist ein schlaues Kerlchen. Es lohnt sich, sich den Biberdamm einmal anzuschauen», sagt er.

Ausflug in Schlittenhunde-Sport

Dann gab Käser das Wort an Janine Matsch aus Oberflachs weiter, die zusammen mit ihrem Mann Andy dem Schlittenhunde-Sport frönt. «Wir haben zehn Husky-Rüden, die als Gruppe draussen leben», sagt Matsch. Disziplin sei wichtig, betont die Führerin von Hundeschlitten, auch Musher genannt, und zeigt den Besuchern einen kurzen Filmausschnitt, den das Schweizer Fernsehen bei der Familie Matsch gedreht hat. Und so sah man denn zehn Hunde vor ihrem Fressnapf sitzen, brav abwartend. Kaum hatte Andy Matsch «okay» gesagt, stürzten sie sich gierig auf den Napf. Der Husky sei ein Arbeitshund, der auch entsprechend eingesetzt werden müsse. Trainiert wird intensiv, im Tiefschnee, auf Schnee-Trails oder auf Waldwegen. Auch auf den 3000 Meter hohen Pizzo Rotondo gings schon. Einzig im Sommer gibts während zweier Monate eine Pause. Wie tote Fliegen liegen die Hunde dann herum – die Hitze bekommt ihnen nicht wirklich. Was genau ist denn die Motivation an Rennen teilzunehmen? «Es ist spannend, ein gemeinsames Ziel zu erarbeiten, das Potenzial der Hunde zu fördern. Zudem ist man in wunderschönen Landschaften unterwegs.» Das Ehepaar Matsch nimmt gerne an Langdistanz-Wettkämpfen teil, die im Ausland stattfinden. In den letzten fünf Jahren haben sie immer Spitzenplätze geholt.

Wer wollte, konnte nach dem offiziellen Teil die zehn Huskys begutachten, streicheln. Einer, der sich dies nicht entgehen liess, war der 9-jährige Manuel. «Ob ich auch mal mit Schlittenhunden unterwegs sein möchte, ist schwer zu sagen. Ich hatte noch nie Gelegenheit dazu.» Wen man beim anschliessenden Apéro auch fragte, der Anlass kam gut an. «Ich fands spannend, ich war schon bei einigen Nachlesen dabei», sagt denn auch Regula Hinden aus Oberflachs.

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