Windisch

An den Details scheiden sich die Geister: Entscheid über Nutzungsplanung vertagt

Das Hochhauskonzept – hier eine unverbindliche Illustration des Konzeptansatzes – wurde mit 17 zu 16 Stimmen zurückgewiesen.

Das Hochhauskonzept – hier eine unverbindliche Illustration des Konzeptansatzes – wurde mit 17 zu 16 Stimmen zurückgewiesen.

Der Einwohnerrat befasst sich an seiner Sitzung während über drei Stunden mit der Nutzungsplanung. Am Schluss wurde die Sitzung abgebrochen und auf die nächste Woche vertagt.

Noch ist die revidierte Nutzungsplanung nicht im Trockenen in Windisch – trotz intensiver Diskussion im Einwohnerrat am Mittwochabend. Nach über drei Stunden wurde die Sitzung abgebrochen, die Beschlussfassung auf nächste Woche vertagt.

Entschieden wurde dagegen bereits über eine ganz Reihe von Anträgen, die zu einzelnen Paragrafen der neuen Bau- und Nutzungsordnung gestellt wurden. Am meisten zu reden gab das Hochhauskonzept, das ganz knapp mit 17 zu 16 Stimmen zurückgewiesen wurde auf Antrag von Mirjam Aebischer (SP). Für sie war klar, dass ein solch starker planerischer Eingriff mit weitreichenden Folgen eine breite, öffentliche Diskussion und eine demokratische Legitimierung verlangt.

Knüppel zwischen die Beine

Ihr Parteikollege Paul Bitschnau wies in seinem einleitenden Votum darauf hin, dass die SP mit gewissen Themen zwar nicht einverstanden sei bei der Nutzungsplanung, viele Punkte dagegen sehr begrüsst würden. Unter anderem nannte er die Innenentwicklung oder die Grünflächenziffer. Alles in allem sprach Bitschnau von einem zukunfts- und tragfähigen Werk. Am Schluss sei es immer ein Kompromiss.

Philipp Umbricht reichte im Namen der FDP eine ganze Serie von Anträgen ein, denn: «Wir wollen Spielraum in das Planwerk bringen für gute, sachgerechte Lösungen.» Für den grössten Teil seiner Anregungen fand er allerdings kein Gehör. Die unterschiedlichen Ansprüche an den Raum unter einen Hut zu bringen, sei ganz schwierig, war sich Umbricht bewusst. Gesamthaft gesehen, bedauerte er, verströme die Vorlage den Geruch von Konservativismus, nicht von Aufbruch. «Man geht nicht den grossen Schritt.» Im Gegenteil: «Möglicherweise blockieren wir uns die Zukunft in vielen Punkten mit kleinen Bestimmungen.» Umbricht erwähnte die Bäume, Baumgruppen und Hecken, die geschützt werden sollen – und somit stehen bleiben. Häufig werde diskutiert, fuhr der FDP-Einwohnerrat fort, über Arbeitsplätze, Gewerbe oder Steuereinnahmen. Anstatt aber Unternehmer zu fördern, würden diesen nun Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Den örtlichen Unternehmen sei in Bezug auf ihre Bedürfnisse und Entwicklung adäquat Rechnung zu tragen, forderte auch Bruno Schmid (SVP). Planen und Bauen werde grundsätzlich «extrem komplizierter und extrem teuerer», lautete seine Meinung. Ein Hauptkostentreiber werde die «übertriebene, zu grosse» Grünflächenziffer in der Wohn- und Arbeitszone sein. Schmid stellte grundsätzliche Fragen zum prognostizierten Bevölkerungswachstum um rund 1 Prozent pro Jahr. «Wer von uns sehnt sich denn nach verdichtetem Leben?» Das Einkommen pro Kopf stagniere, zeigen gemäss dem SVP-Einwohnerrat die statistischen Kennzahlen der letzten Jahre. «Das heisst: Wir wachsen, ohne Verbesserung des individuellen Wohlstands.»

Angst ob der vielen Anträge

«Wollen wir wirklich mehr Einwohner in Windisch? Wollen wir mehr Fläche in Windisch überbauen und die Bauzonen erweitern?», fragte sich ebenfalls Toni Burger (CVP) – und auch, ob alles bis ins letzte Detail geregelt sein muss. Insgesamt aber bezeichnete er die Planung – ein breit abgestütztes Werk – als sinnvoll, umfassend und zukunftsgerichtet. Die CVP sage Ja zu einem vernünftigen Wachstum der Gemeinde, was mit Innenverdichtung und durch Einzonung eines zusätzlichen Baugebiets erreicht werde, ergänzte Burger, und Ja zu Grünflächen. Etwas Angst werde ihm, räumte er ein, ob der vielen Anträge. Das Gesamtkonzept sei im Auge zu behalten.

Gleich tönte es bei Stefan Fehlmann (EVP): Auch wenn es den einen oder anderen Punkt zu diskutieren gebe, gelte es das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Denn dieses sei wirklich gelungen. «Ich hoffe, wir reiben uns nicht an Partialinteressen oder Details auf», hielt Fehlmann fest. Das Dokument sorge für Planungssicherheit für die nächsten 15 bis 20 Jahre.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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